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Alt 10.05.2019, 11:25   #1  
Peter L. Opmann
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Standard Mighty Thor revisited

Nächste Woche will ich mit der fortlaufenden Lektüre von „Thor“ beginnen, wie Ihr das schon von „Fantastische Vier“ und „Spinne“ kennt. Ich denke zwar nicht, daß ich jetzt alle Williams-Marvelserien nacheinander abhandle, aber „Thor“ habe ich bei der „Spinne“-Lektüre ein bißchen mitverfolgt, und die Serie scheint mir nochmal einen genaueren Blick wert zu sein.

Als ich zehn Jahre alt war oder etwas jünger, war Thor mein Lieblings-Marvelheld. Er wirkte auf mich uneingeschränkt positiv und charakterlich edel, und sein Handeln war immer absolut nachvollziehbar. So sollte er sicher auch rüberkommen. Und sowas schätzt man als Kind vermutlich. Als ich etwas älter war, vielleicht 13, wurde im Deutschunterricht mal das Thema „Helden“ durchgenommen, und einige Schüler durften da ihren Lieblingshelden präsentieren. Also habe ich Bilder von Thor gezeigt. Komischerweise sagten andere in meiner Klasse, die die Comics nicht kannten, sie fänden Thor überhaupt nicht gut, wohl weil er so muskelbepackt und brutal war. Mein Lehrer stimmte dem auch zu. Heute glaube ich, daß Thor auf den ersten Blick anders wirkt, als wenn man komplette Abenteuer von ihm liest.

Irgendwann ist mir aufgegangen, daß Thor eigentlich eine Kopie von Superman war. Man kann es schon an seinem roten Cape ablesen, aber Thor ist vor allem der Mächtigste im Marvel-Universum und letztlich unbesiegbar. Und er ist auch ein „Außerirdischer“ wie Superman. Ich habe als Kind nur gelegentlich mal „Superman“ gelesen, aber bei ihm hat sich mir das absolut Positive nicht so vermittelt wie bei Thor. Vielleicht lag’s auch an der Götter-Mythologie und der altertümlichen Sprache Thors, daß er mich mehr beeindruckte.

Jedenfalls: Irgendwann ist Stan Lee wohl aufgegangen, daß ein bloßer Superman-Abklatsch ebenso langweilig ist wie ein Held, der erwartbar immer gewinnt. Superman wurden durch die Kryptonit-Sorten Grenzen gesetzt; Thor dagegen wurde durch einen Konflikt mit Göttervater Odin, angeheizt durch seinen mißgünstigen Bruder Loki, den Listenreichen, zunehmend geschwächt. Das führte so weit, daß Thor starb und eine Weile als Geist fortexistierte. Etwa da endet, soviel ich gesehen habe, die Williams-Serie. Beim Überfliegen der Folgen, die als Zweitstory in „Die Spinne“ waren, erschien mir das jetzt ziemlich interessant, weil „Thor“ damit schon früh eine Kontinuität erhielt, einfach dadurch, daß seine Lage immer bedrohlicher und verwickelter wurde.

Man konnte also nicht alles verstehen, wenn man mitten in der Serie zu lesen begann. Das ging mir selbst so mit der Thor-Folge, die in „Spinne“ # 71 erschien. Da war sein Hammer beschädigt, und ich wußte anfangs nicht, wie das gekommen war und welche Konsequenzen das für ihn hatte. Aber es war eine Petitesse im Vergleich zu dem, was Thor noch bevorstand.

Wie es mit den Komplikationen in der „Thor“-Serie steht, versuche ich nun ab "Thor" # 1 nachzuvollziehen.
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Alt 10.05.2019, 12:23   #2  
jakubkurtzberg
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Hier mal unterstützend eine Leseanleitung:

JiM #83 Panini-Einzelheft Reprint oder Marvel Klassik 10
JiM #84-96 Thor Williams 2-14
JiM #97-115 Thor Williams 15-33
parallel Tales Of Asgard (Hachette Offizielle Marvel Comic-Sammlung Classic II, aus JiM 97 - Thor 145)
JiM #116-123 Spinne Williams 68-83
JiM Annual #1 - Hachette Superhelden-Sammlung 36 (Hercules)
JiM #124-125 Spinne Williams 84-87
Thor #126-131 Spinne Williams 88-99
Thor Annual #2 Spinne Taschenbuch 12
Thor #132-149 Spinne Williams 100-136
Thor #150-157 Marvel Klassiker Thor (Panini) oder Spinne das fehlende Jahr
Thor #158 Spinne Williams 1 oder Marvel Comic-Sonderheft 1
Thor #159 Marvel Comic-Sonderheft 1
Thor #160-165 Hit Comics 131, 147, Hit Comics Thor 204-206

Danach beginnen die Lücken...
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Alt 10.05.2019, 12:51   #3  
Peter L. Opmann
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Danke für die Übersicht. Leider habe ich von diesen Sachen höchstens die Hälfte. Ich hatte aber sowieso vor, mich auf die Williams-Veröffentlichungen zu beschränken.

Das heißt auch, daß ich Journey into Mystery # 83 nur in Form des Nachdrucks in "Thor" # 158 kenne (der kam auch nochmal in einem Condor-Sonderheft). Aber das läßt sich wohl verschmerzen.
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Alt 10.05.2019, 14:01   #4  
FrankDrake
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Thor war, vielleicht zusammen mit dem Hulk, die Williamsserie mit der ich am wenigsten anfangen konnte.

Auch heute werde ich ich mit den oft und vielgelobten Bildern von Kirby einfach nicht warm. Ging mir bei vielen Heften der FV aber auch so.

Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
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Alt 10.05.2019, 15:17   #5  
Peter L. Opmann
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Das könnte an Vince Colletta liegen. Mir gefallen die wenigen Thor-Ausgaben, die von Chic Stone geinkt sind; später auch die von Bill Everett.
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Alt 11.05.2019, 07:34   #6  
Marvel Boy
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Zitat:
Zitat von FrankDrake Beitrag anzeigen

Auch heute werde ich ich mit den oft und vielgelobten Bildern von Kirby einfach nicht warm.
Ketzer.

Ich freue mich schon auf Thor!
Die abgebrochene Williamsgeschichte geht überigens da weiter wo auch die Spinne bei Panini Fortgesetzt wure, im Schuber Das fehlende Jahr.
Später gab es aber auch noch andere Nachdrucke. Ich meine bei Panini und Hachette. In welchen Ausgaben genau müßte ich erst nachschauen.
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Alt 11.05.2019, 08:08   #7  
Peter L. Opmann
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Noch'n Kommentar:

Zitat:
Thor kam mir immer wie eine etwas umständliche Superheldenvariante vor: der Donnergott ohne Bart auf Amerikanisch? Und dann noch meistens vor Hochhauskulisse? Da habe ich mich nur recht zögerlich damit beschäftigt. Die Abenteuer zuckeln auch so hin und her mit Asgardkulisse auf der einen, klassischer Superschurkenlandschaft auf der anderen Seite. Die völlig unmythologischen Figuren der "Zauberin" und des "Henkers" fand ich auch etwas kunstlos. Und einen Superman hatte ich ja schon. Marvel versuchte wahrscheinlich auch vor dem Hintergrund des Fawcett/ Captain Marvel-Prozesses nie, Supie zu direkt zu klonen. Bei den X-Men gab es ab den 70ern die Figur des "Gladiator" (Chef einer außerirdischen Kriegerkaste) , die Supie näher kommt, gleichzeitig aber wohl auch auf den Roman anspielt, der Siegel und Shuster inspirierte. Daher hatte Thor wohl auch nie eine Festung und foppte Jane Foster nie, indem er andere Helden dazu anstiftete, sich als Thor zu verkleiden. Es gab auch keine "Vanenzone" und keinen Lokikobold, der ihn veralberte. Insofern: in dieser Hinsicht eine schlappe Kopie...
Naja, das wollen wir doch mal sehen...
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Alt 18.05.2019, 07:44   #8  
jakubkurtzberg
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Mein erstes Thor-Heft war Williams Nr. 32 mit dem Absorber. Als Grundschüler hat mich das total geflasht, dass der Absorber die Stärke oder Struktur von allem annehmen konnte, was er berührte. Schon der Titel "Je stärker ich bin, desto schneller sterbe ich!" und das Kirby-Cover mit dem roten Hintergrund fand ich beeindruckend. Das war eben auch die Phase, wo Zeichnungen und Stories besser wurden. Vieles von den 13seitigen Sachen ohne Kirby oder Stan Lees Zutun war einfach schwach...
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Alt 18.05.2019, 08:20   #9  
Peter L. Opmann
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Na, mal sehen. Sooo schlecht fand ich die ersten "Thor"-Episoden jetzt gar nicht. Aber am Anfang hat doch noch viel zu einer Superheldenserie gefehlt.
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Alt 18.05.2019, 11:07   #10  
Peter L. Opmann
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Der mächtige Thor (Williams) 3

Erscheinungstermin: 3/1974

Originalausgabe:
1) Journey into Mystery # 85
2) Silver Surfer # 1

Story-Titel:
1) Hat Loki, der Gott des Bösen, Thor verhext!
2) ohne Titel (Der Ursprung des galaktischen Silberstürmers!)

Original-Storytitel:
1) Trapped by Loki, the God of Mischief
2) Origin of the Silver Surfer!

Zeichnungen:
1) Jack Kirby / Dick Ayers
2) John Buscema / Joe Sinnott

Text:
1) Stan Lee / Larry Lieber
2) Stan Lee



Die Serie macht nun einen großen Schritt nach vorne. Die germanische Götterwelt kommt ins Spiel und auch schon die Grundkonstellation mit Loki, der mit tausend Tricks versucht, Thor die Gunst von Göttervater Odin zu entziehen. Andererseits tut Thor hier einige Dinge, die mich doch stark an Superman erinnern. Nur sein Uru-Hammer (der hier erstmals so heißt) und den er halten muß, damit er sich nicht in Don Blake zurückverwandelt, hebt ihn klar von dem DC-Star ab.

Erwähnt werden muß auch, daß bei Thor bisher Credits fehlen. Die Angaben oben habe ich mir aus marvel-fandom.com besorgt. Es gibt bisher auch eine Splashpage, die die dramatischste Szene der Episode zeigt; es geht mit der Story also erst auf Seite zwei los. Und zwar so: Loki, Gott des Bösen und Thors Bruder, ist in einen Baum verwandelt worden, kann also nichts tun außer mit seinen Blättern zu rauschen. Odin hat aber bestimmt, daß Loki befreit wird, sobald jemand an dem Baum eine Träne des Mitleids mit ihm vergießt. Nur empfindet in Asgard, das wir hier erstmals als Wolkenstadt im Weltraum mit Regenbogenbrücke zur Erde sehen, niemand das kleinste bißchen Mitleid mit Loki. Gleich wendet Loki aber seinen ersten Trick an: Als Heimdall, der Wächter der Brücke, an dem Baum vorbeigeht, läßt er ein Blatt fallen und dessen Auge berühren, so daß Heimdall ungewollt eine Träne vergießt. Egal – Loki ist frei.

Schuld an Lokis Bestrafung soll Thor sein, das wird allerdings nicht näher erläutert. Sogleich sinnt Loki auf Rache. Er reist zur Erde (natürlich nach New York) und verwandelt sich in einen Menschen. Er verwandelt ein paar Passanten in Negative und lockt so Thor an. Mit seinem Hammer macht er die Leute wieder normal. Loki gibt sich zu erkennen. Im folgenden Zweikampf gelingt es ihm, Thor zu hypnotisieren. Dann nimmt er ihm den Hammer ab, indem er ein Trugbild von Thor schafft, dem der seine Kampfwaffe übergibt. Thor wird zu dem schwächlichen Don Blake. Wie in der vorigen Ausgabe gelingt es ihm aber, den Hammer so schnell wieder zu ergreifen, daß die Umstehenden von seiner Verwandlung nichts mitbekommen. Nun versucht der Gott des Bösen, Chaos in New York zu stiften; Thor muß Bürger vor einer U-Bahn retten, indem er die Schienen anhebt. Loki flieht, aber Thor steckt ihn in ein Rohr und schleudert ihn zurück nach Asgard. Jane Foster schwärmt am Ende ihrem Doktor von Thors Auftreten vor, der zeigt sich aber unbeeindruckt.

In gewissem Sinn werden hier die „Tales of Asgard“ vorweggenommen. Es werden die Voraussetzungen geschaffen, weitere Geschichten aus dem selben Umfeld zu erzählen, denn es ist klar, daß Loki weiter gegen Thor intrigieren wird. Die Serie geht damit aber eher in Richtung Fantasy (vergleichbar „Doctor Strange“) als klassische Superheldenstoffe. Jack Kirby verwendet jetzt zunehmend seine Standard-Layouts, zeichnet aber auf jeden Fall nach wie vor recht ansehnlich. Auch diese Ausgabe enttäuscht weniger, als ich befürchtet hatte. Ohne Lee und Kirby wird’s allerdings schwer werden.

Da „Thor“ nach wie vor nur 13 Seiten umfaßt („Journey into Mystery“ brachte damals mehrere Kurzgeschichten) und „Silver Surfer“ den restlichen Platz nicht füllen kann, finden wir hier drei offenbar speziell fabrizierte Sonderseiten: Der Hulk wirbt für die „Überraschung“, die hinter der Coupon-Sammelaktion der Anfangszeit steckt, und dann wird noch das Cover von „Das Monster von Frankenstein“ in Originalgröße und im US-Layout als Kaufempfehlung abgebildet, obwohl das Cover auch in der Monatsvorschau auf der Seite direkt daneben vertreten ist. Und es gibt Thor als Mobile-Bausatz.

Geändert von Peter L. Opmann (18.05.2019 um 11:13 Uhr)
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Alt 19.05.2019, 07:56   #11  
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Zitat:
Zitat von jakubkurtzberg Beitrag anzeigen
Mein erstes Thor-Heft war Williams Nr. 32 mit dem Absorber. Als Grundschüler hat mich das total geflasht, dass der Absorber die Stärke oder Struktur von allem annehmen konnte, was er berührte. Schon der Titel "Je stärker ich bin, desto schneller sterbe ich!" und das Kirby-Cover mit dem roten Hintergrund fand ich beeindruckend. Das war eben auch die Phase, wo Zeichnungen und Stories besser wurden. Vieles von den 13seitigen Sachen ohne Kirby oder Stan Lees Zutun war einfach schwach...
Könnte auch mein erstes gewesen sein, zumindest das an das ich mich am besten erinnere es damals gelesen zu haben. Mhat es gefallen und gefällt es immer noch.
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Alt 19.05.2019, 08:58   #12  
Peter L. Opmann
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Der mächtige Thor (Williams) 4

Erscheinungstermin: 4/1974

Originalausgabe:
1) Journey into Mystery # 86
2) Silver Surfer # 2

Story-Titel:
1) Der Mann aus der Zukunft
2) Fliegende Untertassen landen!)

Original-Storytitel:
1) On the Trail oft he Tomorrow Man
2) When lands the Saucer!

Zeichnungen:
1) Jack Kirby / Dick Ayers
2) John Buscema / Joe Sinnott

Text:
1) Stan Lee / Larry Lieber
2) Stan Lee



Diese Ausgabe empfinde ich als Rückschritt. Die Zeitreise-Story paßt zwar vermutlich ganz gut in „Journey into Mystery“, aber Thor agiert hier ziemlich deutlich als Superman-Duplikat. Seine Doppelidentität und damit das Marvel-Konzept menschlicher, problembeladener Superhelden kommt nur am Schluß ganz kurz zur Geltung. Odin hat einen nicht unwichtigen Auftritt, erfüllt hier aber noch Thor jeden Wunsch.

Die Geschichte beginnt im Jahr 2262, Auf der Erde gibt es keine Kriege mehr, alle Waffen sind abgeschafft. Nur dem Wissenschaftler Zarrko ist langweilig. Er will sich aus der Vergangenheit eine Atombombe besorgen, um die Herrschaft über seine Welt antreten zu können. Schön, nehmen wir das mal als gegeben hin. In der Gegenwart hilft Thor gerade dem US-Militär bei Atombombentests. Da hätte mich schon interessiert, wie er dazu kommt. Angedeutet wird, daß er Stärke und Sicherheit der freien Welt sichern möchte, also ein lupenreiner US-Patriot ist. Nun soll eine Kobaltbombe gezündet und erforscht werden, ob Thor eine solche Explosion überleben kann (warum auch immer das interessant ist). Aber Zarrko taucht wie aus dem Nichts auf und krallt sich die Bombe. Dann verschwindet er wieder.

Thor findet heraus, daß der Unbekannte aus der Zukunft kam, und bittet seinen Vater, ihn ebenfalls dahin reisen zu lassen. Odin erklärt ihm, wie er das mit seinem Hammer selbst schaffen kann. Als er im Jahr 2262 auftaucht, ist das Zarrko verständlicherweise gar nicht recht, und er hetzt diverse Maschinen und Roboter auf ihn, die aber Thor mit Kraft und Geschicklichkeit (sehr superman-artig) alle abwehrt. Thor bringt die Kobaltbombe in Sicherheit und übergibt Zarrko, der verrückt geworden ist, den Zukunfts-Behörden. Zum Schluß hat Thor noch eine kleine Rüge für die US-Armee: „Hier habt ihr eure Bombe wieder! Verliert sie nicht nochmal!“ Eingeschüchtert versäumen die Offiziere, Thor zu fragen, was er eigentlich in der Zukunft erlebt hat. Schlußszene: Jane Foster liest in der Zeitung von Thors Heldentat und träumt davon, für ihn arbeiten zu können. Ihr Doktor Don Blake tröstet sich damit, dass solche Aktionen nur sehr selten vorkommen. Eine Vorschau auf die nächste Ausgabe gibt es bisher noch nicht.

Was auf dem Cover demonstriert wird, nämlich daß sich Zarrko Thor immer wieder durch Zeitreisen entziehen könnte, kommt im Heft nicht vor. Aber soweit ich mich erinnere, taucht er später noch einmal auf. Die Serie hat generell, wie wohl deutlich geworden ist, noch viel Luft nach oben. Jack Kirby ist weiterhin nahezu auf der Höhe seiner Kunst und vermittelt Thor sowohl als unvorstellbar stark als auch als geschmeidigen, beweglichen Kämpfer, was ihn zumindest optisch vom stämmigen Superman abhebt.
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Alt 19.05.2019, 22:52   #13  
Peter L. Opmann
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Der mächtige Thor (Williams) 5

Erscheinungstermin: 5/1974

Originalausgabe:
1) Journey into Mystery # 87
2) Silver Surfer # 2
3) Journey into Mystery # 98

Story-Titel:
1) Gefangener der Zetas!
2) Die Erde sei unser Preis! (Fliegende Untertassen landen!)
3) Odin im Kampf mit Ymir, dem König der Eisriesen

Original-Storytitel:
1) Prisoner of the Reds!
2) When lands the Saucer!
3) Odin battles Ymir, King of the Frost Giants

Zeichnungen:
1) Jack Kirby / Dick Ayers
2) John Buscema / Joe Sinnott
3) Jack Kirby / Don Heck

Text:
1) Stan Lee / Larry Lieber
2) Stan Lee
3) Stan Lee



Diesmal ist die Thor-Story nur zehn Seiten lang. „Thor“ war nie ein Double Feature, aber „Journey into Mystery“ war ein Magazin mit jeweils mehreren Storys. Das Cover gefällt mir recht gut – Thor dominiert das Bild, trotzdem erzeugt Jack Kirby räumliche Tiefe und bietet eine dramatische Szene. Allerdings weist es auf zwei Ungereimtheiten hin: Warum sollte Thor eine solche Kette nicht zerreißen können? Und: Wie kann es sein, daß sein Hammer nicht zu ihm zurückkehrt? Stan Lee greift hier zu solchen zweifelhaften Kniffen, um den Titelhelden überhaupt in Schwierigkeiten bringen zu können. An sich wären die kommunistischen Soldaten, die hier verschleiernd „Zetas“ genannt werden, überhaupt keine Gegner für ihn.

Fünf amerikanische Wissenschaftler, die an kriegswichtigen Forschungen arbeiteten, sind verschwunden. Don Blake stellt sich der US-Armee als Lockvogel zur Verfügung, um herauszufinden, was aus ihnen geworden ist. Einer der Fünf taucht übrigens bis zum Storyende überhaupt nicht mehr auf. Hier wird eine kleine humorvolle Szene eingebaut: Jane Foster bemuttert Don Blake so, wie das etwas später Tante May bei Peter Parker (Spider-Man) macht: Nimm deine Vitamintabletten und erkälte dich nicht! Dann denkt sie an Thor, den sie wohl nicht zu bemuttern bräuchte, verbirgt aber ihre Schwärmerei vor Blake.

Ein Reporter erscheint in Blakes Labor; er will angeblich über seine Arbeit an biologischen Waffen berichten. Tatsächlich verschießt er mit seiner Kamera ein Betäubungsgas, dem Blake zum Opfer fällt. Irgendwo in Rußland (die Berge sind ziemlich dilettantisch geinkt) findet er sich zusammen mit vier US-Forschern in einer Zelle wieder. Kurz darauf werden die anderen abgeholt und in Einzelzellen gesperrt. Das gibt Blake die Möglichkeit, sich unerkannt in Thor zu verwandeln. Durch gleißendes Licht aus seinem Hammer hält er die Wachen auf Abstand, fällt aber dann durch eine Falltür und findet sich in einem Haibecken wieder. Die Fische vertreibt er, indem er mit seinem Hammer einen Strudel erzeugt.

Der Befehlshaber der Russen droht, die gesamte Festung in die Luft zu jagen. Thor ergibt sich, um keine Menschenleben zu gefährden, und wird in Ketten gelegt. Sein Hammer liegt neben ihm auf dem Boden (wahrscheinlich haben auch das seine Feinde erzwungen). Jetzt ist guter Rat teuer. Wieder aber wird er allein gelassen, und so bekommt niemand mit, wie er sich in den schmächtigen Don Blake zurückverwandelt. Jetzt kann er die Ketten mühelos abstreifen und den Hammer ergreifen. Er findet die übrigen Wissenschaftler und flieht mit ihnen. Zufällig begegnet er den russischen Befehlshabern noch einmal. Er entfesselt einen Sturm, der die Russenfestung in Schutt und Asche legt. Russische Seeleute schaffen die Gruppe außer Landes, weil auch sie sich nach Freiheit sehnen. Thor kann aber vorläufig nichts weiter für sie tun. Die Schlußszene wiederholt den Schluß der vorherigen Ausgabe: Jane Foster schwärmt von Thors Heldentum; Don Blake denkt sich seinen Teil…

Die Story nimmt die Thematik der „Scharfrichter“-Geschichte aus „Thor“ # 2 noch einmal auf. Ein gegen Soldaten kämpfender Thor macht aber nicht viel her, zumal die Commies weder Düsenjets noch Panzer haben. Auf zehn Seiten finden sich zudem ziemlich viele Ungereimtheiten. Ein Don Blake, der sozusagen zum Spaß an biologischen Kampfmitteln arbeitet, berührt im Übrigen heute seltsam. Als quasi historisches Dokument der Stimmung in der ersten Hälfte der 60er Jahre finde ich die Ausgabe ganz nett, aber einem überzeugenden Serienhelden Thor kommen wir so nicht näher. Trotz 15 Seiten Zweitstory ist in diesem Heft immer noch Platz. So beginnt Williams mit den „Tales of Asgard“; die Episode hätte freilich besser direkt hinter die Thor-Story gepaßt.
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Alt 19.05.2019, 23:27   #14  
jakubkurtzberg
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Wie bei Hulk 5 wurde hier für die europäische Version stark bearbeitet. Mützen hinzugefügt, Bärte auch, oder entfernt. Ob das evtl. von einer britischen Ausgabe herrührt lässt sich leider nicht sagen. Denn bei Daredevil in FV Nr. 1 wurde eine bearbeitete britische Vorlage verwendet. Vielleicht ist das bei Thor und Hulk aber auch auf dem Mist von Williams gewachsen. Bei FV 11 entfernte man ja auch Hammer und Sichel am Raumschiff des "Roten Geistes".
jakubkurtzberg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.05.2019, 07:02   #15  
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Was aber politische Gründe hatte.
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Alt 20.05.2019, 07:36   #16  
Peter L. Opmann
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Sind da drei Seiten gekürzt worden?
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Alt 20.05.2019, 21:31   #17  
Phantom
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Zitat:
Zitat von jakubkurtzberg Beitrag anzeigen
Wie bei Hulk 5 wurde hier für die europäische Version stark bearbeitet. Mützen hinzugefügt, Bärte auch, oder entfernt. Ob das evtl. von einer britischen Ausgabe herrührt lässt sich leider nicht sagen. Denn bei Daredevil in FV Nr. 1 wurde eine bearbeitete britische Vorlage verwendet. Vielleicht ist das bei Thor und Hulk aber auch auf dem Mist von Williams gewachsen. Bei FV 11 entfernte man ja auch Hammer und Sichel am Raumschiff des "Roten Geistes".
Beim Eisernen gab es das auch, oder? Ich erinnere mich daran, dass da auch Gesichtsausdrücke geglättet und Mützen geändert wurden.

Ich habe das Heft nicht und kann nur das Cover von Thor 5 mit JIM 87 vergleichen, und da ist z.B. der rote Sowjet-Stern auf der Schulterklappe des Soldaten im Vordergrund bei Williams durch drei kleine Phantasiesternchen ersetzt worden. Der Soldat, der ganz links die Pistole auf Thor richtet, trägt bei Williams eine andere Kappe und eine etwas andere Uniform als im Original. Allerdings würde man das ohne Vergleich mit dem Original nicht merken, d.h. die Umzeichnung ist professioneller als das, was Williams sonst an Eigenzeichnungen produzierte. Ich tippe daher darauf, dass Williams diese Änderungen nicht selbst ausgeführt hat.
Phantom ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2019, 07:44   #18  
Peter L. Opmann
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Kommentar:

Zitat:
Ich glaube, mich störte anfangs auch, dass Thor zu schmal war (vgl. deine Superman-Bemerkung), den späteren Kirby-Thor fand ich besser. Das Motiv mit der Träne durch ein Blatt vom Baum stammt übrigens wirklich aus einer nordischen Sage. Ich habe als Schüler mal einen ganz eindrucksvollen Band "Götter- und Heldensagen" gelesen, hab ihn aber nicht mehr.
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Alt 22.05.2019, 09:59   #19  
FrankDrake
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Ich glaube fest, das jeder der in den 1960 Jahren geboren ist, Götter,- und Heldensagen in der Schule gelesen hat.

Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
FrankDrake ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.05.2019, 16:06   #20  
thetifcat
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Thor war ungekürzt. Es gab sogar eine Seite mehr.

http://www.wmca.de/bsv_williams/marv...l_bibel_07.htm
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Alt 20.05.2019, 17:56   #21  
Peter L. Opmann
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Danke für den Hinweis. Diese Seite bei WMCA hatte ich mir noch nicht angesehen. Aber von einer Seite mehr bei "Thor" # 5 finde ich nichts.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.05.2019, 18:56   #22  
thetifcat
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Ich meinte die ganze Serie ist ungekürzt. Die Seite mehr gibt es im Heft 25.
thetifcat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.05.2019, 20:06   #23  
Peter L. Opmann
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Okay. Das muß ich vermerken, wenn ich zu "Thor" # 25 komme.

Übrigens: Bei "Submariner" wurde tatsächlich stark gekürzt, wie ich bei der Lektüre von "Die Spinne" gesehen habe.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2019, 10:31   #24  
jakubkurtzberg
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Mir gefallen die Thor-Nummern nach der Williams-Serie sehr! Klasse Lettering und Abbildung der Originalcover in den Spinne-Heften fand ich super. Da wünscht man sich doch, dass es so etwas gäbe...

jakubkurtzberg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2019, 11:02   #25  
underduck
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Ähem ... wir sind hier öffentlich, jakub ...
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