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Alt 26.05.2018, 15:46   #1  
74basti
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Standard Condor, Interpart & Co. - Dies und Das

Vor mir liegen zwei Ausgabe der Comixene, die sich mit der Auseinandersetzung zwischen Condor und der Comixene beschäftigen.
Hintergrund war eine „Rezension“ in Cx 31, S.42 zu den Taschenbüchern bei Condor, insbesondere „Flash Gordon“.
Es folgt eine Verhandlung beim Landgericht Hamburg.
Die Retourkutsche des damals 23jährigen Andreas C. Knigge folgte in CX33. Darin verkündet er, man dürfe weiter „die Wahrheit“ über die Qualität des Flash Gordon taschenbuchs behaupten, aber gleichwohl muss eine Aussage geschwärzt werden.
Das Wort „Schmierfinken“ findet sich in der Stellungnahme wieder.
Was wurde also geschwärzt?

„Der Condor-Verlag, bekannt durch seinen Comic-Schrott...“?

Hat irgendjemand das Heft mit Schwärzung oder das Protokoll der mündlichen Verhandlung?

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799
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Alt 26.05.2018, 16:14   #2  
zwergpinguin
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Wenn Keiner weiterhelfen kann, nächste Woche in Erlangen gibt es sicher eine Möglichkeit Andreas zu fragen.

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Alt 26.05.2018, 16:58   #3  
Peter L. Opmann
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Die Frage, welche Stellung Condor in der deutschen Comicgeschichte einnimmt, könnte man generell mal diskutieren.

Ich denke, Condor wird heute in milderem Licht gesehen als zu Comixene-Zeiten. Auf dem Comicheft-Markt der frühen 70er Jahre waren Serien wie "Ringo" oder "Der schwarze Korsar" schon bemerkenswert. Ich fand es auch gut, daß Condor eine deutsche Ausgabe von "Epic" versucht hat. Die reichte zwar natürlich nicht an "Schwermetall" heran, aber das lag nicht an Condor.

Allerdings würde ich Knigge, was die Taschenbuchausgaben von Klassikern angeht, immer noch recht geben. Und viele andere Condor-Comics taugten auch nichts. Die TV-Comics, die lange wohl die Hauptsäule des Geschäfts waren, waren fast alle grottenschlecht. Bei "Clever & Smart" gehen wohl die Meinungen auseinander.

Die Marvels hat Condor in meinen Augen verhunzt. Da gibt es heute auch andere Sichtweisen, denn viele Leute sind mit Condor-Marvels aufgewachsen, und außerdem hat Condor auch einige wichtige Sachen von Todd McFarlane oder Jim Lee gebracht. Aber die Aufmachung und Publikationsweise dieser Comics sind für mich unentschuldbar.

Unterm Strich?
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Alt 26.05.2018, 17:25   #4  
74basti
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Gute Fragen Peter.

Ich finde die Rezensionen vom Stil in der CX total daneben (vgl. die Kritik am Tarzan-Buch). Soetwas darf man als Journalist nicht bringen.
Egal - im Comic-Forum wird Condor auch nebenbei mit abgehandelt (wie auch Bastei), aber das Ummontieren wird deutlich sachlicher beschrieben.

Eine Ausnahme dürfte die positive Besprechung des Johannes Paul II-Comics sein (Co-Fo 17, Febr.1983). Dort wird Condor für die Ausstattung, das Papier und die Übersetzung gelobt. Gerade bei der Übersetzung gab es beinharte Auseinandersetzungen zwischen ACK und Hajo F Breuer.

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799

Geändert von 74basti (26.05.2018 um 17:53 Uhr)
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Alt 26.05.2018, 17:44   #5  
thetifcat
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Das Condor Die Spinne Heft hatte mehr Flair, und inzwischen auch nostalgische Gefühle als jegliches Panini Spiderman Heft.
Die Clever und Smart Alben bleiben stets ein Hit.
Die Superhelden TB bieten eine Vollständigkeit, die man mit einer kleinen Checkliste chronologisch (Wenn auch ein bisschen umständlich.) lesen kann, die die BSV Helden Ausgaben nicht hergeben.
Die Sturmtruppen waren klasse aufgemacht.
Panic hatte ein Niveau an das MAD nie rankam. Aber ähnlich wie Horror zu Gespenstergeschichte keine Chance.

Es war also nicht alles schlecht bei Condor.
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Alt 26.05.2018, 18:19   #6  
Peter L. Opmann
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"Es war nicht alles schlecht..." ist zwar ein übler Spruch, aber vielleicht wirklich das passende Fazit für Condor.

An "Kaputt" hatte ich nicht sofort gedacht. Aber an MAD kam diese Ausgabe nicht ran. Herbert Feuerstein machte den Unterschied, finde ich. "Panic" kenne ich nur wenig.

Neben "Gespenstergeschichten" und "Horror" gab's dann noch "Gänsehaut" von Condor. Würde ich aber eher unter "weniger gelungen" einordnen.

Was mir im Zuge der "Star Trek"-Kinofilme noch gefiel, war Condors "Raumschiff Enterprise" mit Marvel-Material. Davon schwärme ich aber inzwischen auch nicht mehr so sehr.
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Alt 26.05.2018, 18:31   #7  
74basti
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Neulich konnte ich mehrere Sesamstraßen-Hefte von Gruner+Jahr ergattern. Das war Grusel und Horror pur.
Da hat Condor wirklich ein gutes Produkt hingelegt (klaro, für die Erstleser, aber gelungen, wenn man das vergleicht).

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799
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Alt 26.05.2018, 18:39   #8  
thetifcat
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
"Es war nicht alles schlecht..." ist zwar ein übler Spruch, aber vielleicht wirklich das passende Fazit für Condor.

An "Kaputt" hatte ich nicht sofort gedacht. Aber an MAD kam diese Ausgabe nicht ran. Herbert Feuerstein machte den Unterschied, finde ich. "Panic" kenne ich nur wenig.

Neben "Gespenstergeschichten" und "Horror" gab's dann noch "Gänsehaut" von Condor. Würde ich aber eher unter "weniger gelungen" einordnen.

Was mir im Zuge der "Star Trek"-Kinofilme noch gefiel, war Condors "Raumschiff Enterprise" mit Marvel-Material. Davon schwärme ich aber inzwischen auch nicht mehr so sehr.
Gänsehaut war schlecht. Kaputt war zu nahe an MAD. G/H war nur als Vergleich gedacht-vielleicht ein schleichter Vergleich.

Enterprise. Jep die 1-6 oder 8. Habe ich auch noch liegen. Da waren immer viele Infoseiten drin. Die waren gut.
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Alt 26.05.2018, 19:06   #9  
Ringmeister
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Ich habe CX 31 mit den 2 Covern soeben rausgesucht. Auch in der Zweitauflage (ohne Kauka-Foto) ist bei der Rezension nichts geschwärzt.

Wenn man weiß, wo man ist, kann man sein, wo man will... (alter Fliegerspruch)
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Alt 26.05.2018, 19:17   #10  
Peter L. Opmann
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"Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten..."
GG, Art. 5
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Alt 26.05.2018, 19:51   #11  
74basti
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Mit Astalos, Goetze, Ullner, Ryba und Scholz war Kaputt, das zu Beginn ja das Lizenzmaterial von Major (Cracked) brachte, Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre sehr früh dabei, deutsche Künstler zu veröffentlichen. Das gleiche gilt für Panic und Stupid, sowie Klimbim.
Bei allen anderen Publikationen zu dieser Zeit (Zack mit Kalenbach) war das damals die Ausnahme.
Das setzte sich bei Epic fort, wo auch mit Goetze und Scholz deutsche Zeichner vertreten waren.
Irgendwie fällt sowas immer etwas „unter den Tisch“.

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799
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Alt 27.05.2018, 00:47   #12  
user06
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Zitat:
Zitat von Ringmeister Beitrag anzeigen
Ich habe CX 31 mit den 2 Covern soeben rausgesucht. Auch in der Zweitauflage (ohne Kauka-Foto) ist bei der Rezension nichts geschwärzt.
Das sind keine unterschiedlichen Auflagen dieses Heftes, nur offizielles und nicht offizielles Titelbild.
Hartmut Becker hat in einer der Sprechblase Ausgaben der letzten Jahre das Zustandekommen der beiden Versionen dargestellt.

Die Schwärzungen kamen nur im HC-Sammelband von Zweitausendeins zum Tragen, in dem das Heft (mit den geschwärzten Passagen) zweitverwertet wurde.
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Alt 27.05.2018, 03:23   #13  
Durango
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
"Es war nicht alles schlecht..."
Aber fast alles! Für mich war Condor immer nur ein "Kleinkinder"-verlag
der fast alle Fernsehzeichentrickserien zu Comics verbastelte nach dem Motto
billig, billig, billig. Da wurde alles auf den Markt geschmissen was sich in ein Heft pressen lies. Mir fällt da als positive Außnahme nur Marc deVille ein,der wurde sogar von Knigge gelobt.Auch die Spinne mit ihren Bonbonfarben und dem Maschinensatz fand ich gemessen an den Rechtausgaben gruselig.Schwarzer Korsar hätte ich gerne als Album mehr von gehabt.Jerry Spring hat es leider auch nur auf zwei Ausgaben gebracht.

Da ich comictechnisch von Zack stark beeinflußt worden bin,und auch damals als Condor auftauchte auch schon 17 Jahre alt war,war der Verlag natürlich mein Feindbild. Auch die Person Biehler gefiel mir nicht,hatte ich in ihm doch den knallharten Geschäftsmann ausgemacht ,dem es im grunde egal war was er produzierte,Hauptsache es warf Kohle ab. Die Behauptung der Becker und Kniggeverlag würde aus Konkurrenzgründen,Condorprodukte in der Comixene runter machen war geradezu grotesk.(Sacho und Stefan,so etwas wie Clever und Smart etc.)

Hier wurde erwähnt,das es von Knigge schlechter Journalismus gewesen sei die Dinge so einseitig darzulegen. Das trifft sicherlich in Teilen zu.Allerdings fand ich den Journalismuß von Knigge immer sehr lesenswert,wenn auch teilweise exclusiv. Den "politisch korrekten" Journalismuß konnte man hingegen in der alten Sprechblase finden. Da wurde dann immer artig auf die tollen Comics von Condor verwiesen,damit die doch bitte,bitte nicht die laufenden Anzeigen und Inserate stornieren. Das mag zwar nach allen Seiten
ausgewogen sein,ist aber zum Gähnen langweilig
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Alt 27.05.2018, 08:13   #14  
Peter L. Opmann
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Es tauchen jetzt aber immer mehr "gute Sachen" von Condor auf:

- Mark DeVille
- Jerry Spring

Die Vorstellung, der Verlag habe bewußt möglichst schlechte Comics oder Comics in möglichst schlechter Bearbeitung auf den Markt geworfen, ist vermutlich falsch. Richtig ist sicher, daß die Leute sich dort überlegt haben, wie sie ihre Produkte am besten verkaufen - was wohl jeder Verlag tut. Und sie sind dabei zu Ergebnissen gekommen, die viele Comicfans nicht unterschreiben können.
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Alt 27.05.2018, 08:43   #15  
jakubkurtzberg
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Comics sind ein Medium und Zeichen der Zeit. Condor, Bastei und Ehapa machten Massenware. Ohne Fr. Fuchs wären die Barks-Comics auch nicht so toll gewesen. Das Niveau war letztlich auch unterschiedlich je nach Vorlage und Bearbeitung...

Retuschierte und gekürzte oder zensierte Sachen fand und finde ich z.B. schlimmer als manche Farben oder manch schlechte Übersetzung. Als Marvel-Fan kommt man um Condor nicht herum. Auch wenn das Niveau teilweise das von RTL 2 hatte.
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Alt 27.05.2018, 08:49   #16  
Marvel Boy
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Condor war gut.
Allerdings natürlich der Gewinnerziehlung unterworfen, was dazu führt das das produziert wird was der Markt kauft. Billige TB's. Das sie anderes immer wieder versucht haben und damit gescheitert sind bestätigt meine obrige natürlich provokative Aussage.

Auf der guten Seite stehen:
Mark DeVille
Jerry Spring
Captain Victory
Conan
die Marvel Superhelden Alben und Hefte, wenn auch erst die späteren wirklich gut waren
Epic Hefte und Alben
Enterprise / Star Trek Hefte und Alben
diverse andere Heftveröffentlichungen
Groo Alben hätte ich jetzt fast vergessen
Dr.Who auch

Die Meisten sind davon nicht weit gekommen.

Dagegen stehen die Unmengen von TB's, schlecht übersetzt und zu kleine Bildchen, klar.
Aber ich habe die damals geliebt, angefangen bei den Zeichentrick Dingern, Bugs Bunny, Woody Woodpecker usw. weiter zu den Marvel Sachen und anderem Action lastigem. Flash Gordon hätte ich damals sonst wohl nicht kennen gelernt.
Gerade bei Marvel ermöglichte mir das erst den richtigen Einblick in das Universum, der mit kauf der original Hefte nicht zu finanzieren gewesen währe.
Condor hat damit Entwicklungshilfe geleistet ohne die Panini vieleicht nie mit Marvel auf den Markt gekommen währe.
Klar, würde ich aus heutiger Angebotssicht kein TB mehr kaufen wollen, und natürlich war Williams um längen besser, fast das Optimum, aber es gab nichts anderes und so war ich glücklich darüber Condor zu haben.
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Alt 27.05.2018, 09:11   #17  
Peter L. Opmann
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@ Marvel Boy:

Stimmt. Es fällt auf, daß viele der besseren Condor-Publikationen nur eine kurze Laufzeit hatten. Vermutlich mangels Nachfrage. Auch "Epic" lief nicht sehr lange.

"Captain Victory" würde ich nicht zu den Perlen der Comickunst zählen. Da zeigte sich am deutlichsten, daß Jack Kirby der Touch von Stan Lee fehlte. Und er hat da auch grafisch die Abstraktion einen Zacken zu weit getrieben. "Captain Victory" war der erste Comic von Jack Kirby, der mir eindeutig nicht gefallen hat.

Aber die "Conan"-Alben muß man sicherlich auch zu den gelungenen "Condor"-Veröffentlichungen rechnen.
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Alt 27.05.2018, 09:17   #18  
Marvel Boy
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Ja, vieleicht sollte ich den Victory streichen, deine Punkte passen da schon.
Ich sehe das vermutlich noch zu sehr aus damaliger Sicht, da habe ich mich einfach gefreut einen Kirby in die Hand zu bekommen.
Heute mit der fast vollständigen Erreichbarkeit von allem sieht man vieles anders.
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Alt 27.05.2018, 11:52   #19  
thetifcat
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Ich finde die Marvel Comics Sonderhefte bis zur Umstellung immer noch klasse.

Die "Bonbonfarben und dem Maschinensatz" wurde damals nach einigen Heften umgestellt und die Kritik dazu waren in den damaligen Leserbriefen zu entnehmen.

Cro habe ich ganz vergessen. Der war klasse und die Soft-Alben gut gemacht.

Epic Hefte und Alben fand ich deutlich besser als vergleichbares Schwermetall. Aber leider waren die im Niveau höheren Comics immer kein langes Bleiben bescherrt.

Tatsache ist das Condor mit den weniger Aufwand und Qualität wesentlich mehr Leser fand, höhere Umsätze und Gewinne erzielte.
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Alt 27.05.2018, 13:07   #20  
heidvolk
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Condor hat nicht nur Superhelden sondern auch noch ein paar kleine Westernserien gemacht
z.B. die Ringohefte gefallen mir heute noch sehr gut
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Alt 27.05.2018, 13:18   #21  
Servalan
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Der Vertrieb durch Kioske, Supermärkte und den Bahnhofsbuchhandel trägt sicher zur Verzerrung bei. Was damals jeder einzelne junge Comicfan zu sehen bekam, war sicher nur ein Ausschnitt des Gesamtprogramms. Dort standen die Alben halt so lange, bis sie irgendwann verkauft worden waren.
Wer sich unter diesen Umständen einen genauen Überblick verschaffen wollte, mußte sich ernsthaft mit der Materie befassen. Für einige dürfte das mühsame Sammeln von Informationen der Einstieg in die Comicszene gewesen sein, Stichworte: Tauschbörsen, Sammlertage, Kataloge und Listen.
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Alt 28.05.2018, 07:34   #22  
Marvel Boy
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Das System war damals ein völlig anderes als heute.
Comics gab es am Kiosk. Billig aber gut, natürlich nicht alles, aber bei der Auswahl gab es immer wieder was zu entdecken. Ich denke in diesem Zusammenhang gerade an Bastei Alben. Die günstigen vom Kiosk, nicht die überteuerten aus den Comicläden die ich damals noch gar nicht kannte.
Dementsprechend gab es auch eine Menge Comicleser, im Gegensatz zu heute.
Mag sein das der Comicleser heutzutage akzeptierter ist als damals, aber heutzutage ist er vom aussterben bedroht, trotz aller schöner Luxusalben die Hochpreisig in den Comicläden stehen. Auf den Briefmarkensammler folgt der Comicsammler. Und warum?
Weil der Nachwuchs fehlt der durch billige Heftchen am Kiosk dazustößt. Was steht denn dort noch rum? Überteuerte Paninihefte und Ehapas Mäuserich. Ansonsten Spielkramhefte mit wenig Comics und schrottigem Plastikkram. Die Hefte mit Lego und Playmobiel lasse ich mal aussen vor, da passen Preis Leistung in der Regel noch, nur wegen den Comics darin kauft die vermutlich auch niemand.
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Alt 28.05.2018, 13:19   #23  
Durango
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Auf den Briefmarkensammler folgt der Comicsammler. Und warum?
Weil der Nachwuchs fehlt der durch billige Heftchen am Kiosk dazustößt.
Da hoffe ich aber das der Comicsammler noch eine Chance hat. Der Briefmarkensammler stirbt aus,weil es eben keine Briefmarken mehr gibt,die die ursprüngliche Bedeutung haben. Heute gibt es zig Zustelldienste,die nur mit Barcodes arbeiten.Sondermarken muß man sich zusenden lassen und dann sind sie postfrisch, dh. eine billige gestempelte Sammlung läßt sich damit nicht aufbauen.
Bei den Comics ist es in der Tat ähnlich,man kann auch keine billigen gebrauchten Hefte mehr kaufen Von MM und dem Plastikramsch einmal abgesehen. (Einzige echte Ausnahme sind Mangas,die immer gerne unter den Tisch fallen.) In den Comicläden kann man auch keine gebrauchten Alben kaufen,da die so hochpreisig sind. Der geneigte Comicfan muß seine Lieblingsserien erst einmal teuer einkaufen und bei diesem Preis bleibt er dann,auch wenn er ,was selten vorkommt "gebraucht" angeboten wird. Auf diese Art und Weise eine Sammlung auf zu bauen ist also wesentlich teurer,als das noch zu meiner Zeit war. Daher gibt es auch bei uns kaum Nachwuchs.

Aber um auf den Condorverlag zurück zu kommen, glaube ich, daß die Comicfans den Verlag deshalb nicht so mochten, weil er aus seinen unerschöpflichen Möglichkeiten zu wenig gemacht hat. (Großes zahlenmäßiges Angebot, gutes Vertriebssystem, Beziehungen zu den USA und andere führenden Comicländern)
Der ganze Comicschrott mag von mir aus kommerziell erfolgreich gewesen sein, für die Comicszene hat das aber nichts gebracht. Es gibt doch bis heute kein "Sammlerstück" aus dem Hause Condor, das im CG mit einem dreistelligem Sammlerwert beziffert ist. Mir fällt da spontan nur Clever und Smart Band 1 in Z 0-1 ein. Wenn man sich vorstellt, daß die Marvels hier alle z.B. in der Aufmachung der späteren Panniniheften, oder mehr, farblich bessere Alben (Wie diese goldenen Ausgaben) erschienen wären, hätte der Verlag auch bei Sammlern punkten können. So wirkte alles hingerotzt nach dem Motto friß oder stirb. Offensichtlich dachte man, daß man Kindern jeden Schrott verkaufen kann. Absurderweise ist dieser Verlag fast der einzige, neben Egmont
der heute noch publiziert, und das nicht über die Buchhandelsschiene. Koralle, Bastei und Kauka haben sich längst zurückgezogen bzw. dicht gemacht.
Durango ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2018, 14:04   #24  
Peter L. Opmann
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Zitat von Durango Beitrag anzeigen
So wirkte alles hingerotzt nach dem Motto friß oder stirb. Offensichtlich dachte man,daß man Kindern jeden Schrott verkaufen kann.Absurderweise ist dieser Verlag fast der einzige,neben Egmont
der heute noch publiziert,und das nicht über die Buchhandelsschiene. Koralle,Bastei und Kauka haben sich längst zurückgezogen bzw. dicht gemacht.
Das scheint mir ein Vorurteil zu sein. Ich bin sicher, daß sich die Redaktionen bei Condor mit ihren Comics Mühe gegeben haben - aber sie hatten einen anderen Begriff von "guten Comics" als wir oder andere Comicliebhaber.

Andernfalls müßte man die entweder für unfähig halten oder für dumm. Und immerhin, wie schon bemerkt, hält sich Condor bis heute am Markt.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2018, 14:57   #25  
Ringmeister
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Zitat:
Zitat von 74basti Beitrag anzeigen

„Der Condor-Verlag, bekannt durch seinen Comic-Schrott...“?

Hat irgendjemand das Heft mit Schwärzung oder das Protokoll der mündlichen Verhandlung?
Habe jetzt mal den CX-Sammelband von 1980 rausgesucht (Dank an Eymen für den Hinweis).

Deine Vermutung ist richtig: Im 1. Satz wurde der Nebensatz "... ,bekannt durch seinen Comicschrott, … " geschwärzt (keine sonstigen Schwärzungen).

Wenn man weiß, wo man ist, kann man sein, wo man will... (alter Fliegerspruch)
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