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Alt 20.11.2020, 08:58   #776  
Peter L. Opmann
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Bin zwar kein DC-Leser, aber mir ist schon bekannt, daß Superman der Gesetzestreue par excellence ist. Aber es ergibt sich allein aus seinen Superkräften, daß er immer wieder gegen Gesetze verstoßen muß. Ganz läßt sich beides nie in Übereinstimmung bringen.
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Alt 20.11.2020, 11:59   #777  
Phantom
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Also, ich bringe da etwas mehr Verständnis für die Leute auf: es geht doch nicht nur darum, dass sich die Rächer an die Gesetze halten müssen. Da waren offenbar Außerirdische mitten in den USA (ok, Alaska, also fast mitten drin), die fast die Menschheit zu Amöben gemacht hätten, und die Rächer wollen, dass das von den Augenzeugen totgeschwiegen wird? Da wäre ich aber auch dagegen. Dass das dann Ermittlungen nach sich zieht, ist doch verständlich.

Klar, man kann einwenden, wenn die Rächer doch schon hundert Mal die Erde gerettet haben, müsste es doch einen Vertrauensvorschuss geben. Das ist ja ein Motiv, das in den Williams-Marvels recht oft vorkam: die Öffentlichkeit wendet sich gegen den/die Superhelden wegen eines Missverständnisses; bei der Spinne gab's das, aber auch beim Hulk. So kann man Spannung erzeugen beim jugendlichen Leser. Wenn man heute sieht, wie schnell die Stimmung in Bezug auf eine Person nach einem Shitstorm kippen kann, ist das aber nicht allzu weit hergeholt.

Mir hat diese Ausgabe gefallen. Diese Grundaussage, dass die Menschheit vor allem aus Hass und Angst besteht, gilt ja immer noch. Und diese Bereitschaft und Lust, in der anonymen Gruppe das Eigentum anderer zu zerstören (Rächer-Mansion), ist auch immer und überall vorhanden.

Zwei Spitzfindigkeiten zur Übersetzung: an einer Stelle fragt ein Reporter nach "Captain Marvel", im Deutschen nach "Captain Mar-Vell". Aber im nächsten Heft wird behauptet, nur die Rächer kennen den Namen Mar-Vell. Und an anderer Stelle beschimpfen Demonstranten die Rächer als "Benedict Arnolds", das wird in der deutschen Übersetzung einfach übernommen. Ich glaube nicht, dass irgendein jugendlicher Leser der Williams-Hefte wissen konnte, wer Benedict Arnold war. Vermutlich wusste das der Übersetzer auch nicht.

Zu den Golden-Age-Helden, an die sich Rick erinnert: Diese Zitate und Anspielungen waren ja ein Steckenpferd von Roy Thomas, er war eben einer der ersten Comic-Fans, die zu Comic-Pros wurden. Er kann auch heute noch zu jeder Story, die er geschrieben hat oder für die er Editor war, alle möglichen Anekdoten erzählen. Wie das eben mit Fans so ist. Ganz anders oft die "älteren" Zeichner, die nie wirklich selber Fan waren.

Zum Beispiel habe ich irgendwo mal ein Interview gelesen, das Roy Thomas mit John Buscema über Buscemas Rächer-Arbeiten geführt hat. Das war total unergiebig: Thomas hat Buscema über Einzelheiten zu den Figuren und Handlungen gefragt: weißt du noch, warum du das so gezeichnet hast, was hast du dir bei diesem und jenem gedacht, fandest du auch, dass diese Figur besonders originell war. Und Buscema hat eigentlich immer nur geantwortet: nein, weiß ich nicht mehr, hm, wenn du das sagst, Roy, dann war es wohl so, na ja, für mich war das einfach nur ein Job, nein, Comics habe ich eigentlich nie gelesen.

Zurück zu dem Panel mit den Golden-Age-Helden. Auf dieser Seite wird in einem Kommentar behauptet:
Zitat:
Clockwise from upper left is Holyoke's Catman, then of course Namor, Torch and Cap, then the Fantom of the Fair (who Roy later used in All-Star Squadron), Prize's Green Lama (who I don't think Roy ever used but certainly talked about a lot in letter columns), Hillman's The Heap (who of course Roy would help recreate shortly as Man-Thing) and the Fighting Yank from Nedor (who, as you speculate, was lifted almost whole cloth by Roy as Spirit of '76).
Also Catman, nicht Batman. Mir sagen diese Figuren natürlich alle nichts.
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Alt 20.11.2020, 12:20   #778  
Peter L. Opmann
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@ Phantom: Interessante Anmerkungen!

Die Außerirdischen waren der Anlaß, warum sich Craddock eingeschaltet hat. Dann aber war seine Strategie, die Rächer zu Gesetzesübertretungen zu provozieren.

An das John-Buscema-Interview kann ich mich auch erinnern. Ich glaube, er sagte, er habe im Keller einen großen Karton für die Comichefte, die er als Beleg erhielt. Er habe sie dort hineingeworfen und nie wieder reingeschaut.

Wer war nun Benedict Arnold? Ich finde einen US-Kongreßabgeordneten aus dem frühen 19. Jahrhundert, aber keine Erklärung für die Bemerkung.
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Alt 20.11.2020, 13:12   #779  
Phantom
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Es geht um diesen Benedict Arnold, der in den USA als Synonym für einen Verräter verwendet wird. Also so ähnlich, wie man "du Judas" zu jemandem sagen würde.
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Alt 20.11.2020, 16:49   #780  
Peter L. Opmann
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Ah, da hatte ich mir den falschen Benedict Arnold angesehen. Selbst mit Wikipedia ist es manchmal nicht so einfach - und der Übersetzer bei Williams hatte sowas noch gar nicht.
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Alt 21.11.2020, 20:28   #781  
Crackajack Jackson
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Die Rächer # 92
Titel: Eine Reise ins Innere des Androiden / Krieg des Grauens!
US: This beachhead Earth / A journey to the center of the android! / War of the weirds!
Williams, August 1978 (Avengers #93, November 1971)
Autor: Roy Thomas
Zeichner: Neal Adams
Tusche: Tom Palmer






Vision kommt ins HQ der Rächer, wo sich nur noch der Eiserne, Thor und Capain America befinden, reingestolpert und bricht zusammen. Er scheint tot zu sein.
Zum Glück macht sich Ameisenmann bemerkbar, der auf einen Ruf von dem Eisernen nach den Original Rächern wieder in sein altes Kostüm geschlüpft ist. Er ist ja der Erbauer von Ultron 1, der dann Vision konstruierte.
Ameisenmann macht sich mit einigen seiner Ameisen auf den Weg ins Innere von Vision. Dabei wird er vom körpereigenen Abwehrsystem des Androiden angegriffen.
Bei dem wundersamen Aufbau des Inneren, wird er an den Film Metropolis erinnert, nicht das Metropolis von Clark Kent, sondern das von Fritz Lang. Außerdem hätte er gerne eine Assistentin zur Seite, die aussieht wie Raquel Welch.
Im Inneren des Androiden kämpft er sich gegen die körpereigenen Abwehrmechanismen vom Magen bis ins Gehirn durch und repariert Vision (irgendwie). Dann verlässt er den Körper und verabschiedet sich von den Rächern.
Vision erwacht wieder und beschuldigt die Thor, Cap, den Eisernen die Rächer aufgelöst zu haben. Sogar Jarvis hat gekündigt.Diese wissen jedoch von nichts.

Vision erzählt:
Nach der überraschenden Auflösung , fahren sie mit dem Auto zu dem Versteck von Captain Marvell.
Vision fliegt auf das umzäunte Grundstück, wird jedoch von einem Strahl abgeschossen und fällt zu Boden. Pietro und Wanda finden ihn zwischen Kühen, die sich in Mr.Fantastic, das Ding und die Fackel verwandeln und sie angreifen.
Vision konnte entkommen und schaffte es gerade noch so ins HQ.
Es sind also die Kree, die sich aus den Kühen, in die sie von Mr.Fantastic , way back in FF#2, verwandelt wurden, durch einen Strahl aus einem ihrer Satelitten wieder zurückverwandelt haben. Die alles erzählt der Anführer der Kree dem gefangenen Captain Marvell.
Thor, Captain America, Vision und der Eiserne treffen ein und bekämpfen die Skrulls. Alle sind beschäftigt und so kann Captain Marvell sich und Carol Danvers befreien. Er baut einen Omni Wave Projektor um die Kree zu warnen, doch zerstört er ihn gleich wieder, da Carol nicht Carol ist, sonder der Super Skrull. Der Omni Projektor darf auf keinen Fall dem Feind in die Hände fallen.
Der Super Skrull macht sich den Kampf zwischen den Rächern und denen als Fantastische Vier verkleideten Skrulls zunutze und startet sein Raumschiff, mit den gefangenen bzw. wiedergefangen: Captain Marvell, Carol Danvers, Pietero und Wanda.

Das Heft besteht eigentlich aus zwei Geschichten. Einmal die Reise Ant-Mans in den Körper von Vision. Hier stand bestimmt der Film "Die phantastische Reise" von 1966 Pate.
Der zweite Teil besteht aus der Auflösung über das Verhalten der Ur-Rächer. Hier greift Roy Thomas einen Handlungsfaden von dem zweiten FV Heft auf. Es wird zum ersten Mal erwähnt, dass die Skrulls mit den Kree in ewiger Feindschaft leben und das die Erde nun in den Focus der kriegsführenden Parteinen gekommen ist.
Außerdem werden die Rächer versuchen Captain Marvell, Carol Danvers, Pietro und Wanda zu befreien. Nur wie sollen sie das machen ?
Ein fieser Cliffhanger.

Zeichner ist Neal Adams, der natürlich über jeden Zweifel erhaben ist. Besonders das Panel Ding vs Thor war klasse.


Erwähnte Persönlichkeiten:
Clark Kent,Raquel Welsh,Fritz Lang ,Clark Gable,Al Feldstein
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Alt 21.11.2020, 21:51   #782  
Peter L. Opmann
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Hinter dieser Ausgabe steckt eine Vereinbarung zwischen DC und Marvel, die Marvel damals zu einem Coup nutzte. Die beiden Verlage kamen überein, den Heftumfang ihrer Titel zu erhöhen und zugleich den Verkaufspreis von 15 auf 25 Cent zu erhöhen. DC hielt sich daran, aber Marvel kehrte sofort zum alten Format zurück, senkte den Preis aber nur auf 20 Cent. So hatte Marvel zwei Vorteile: Seine Comics waren billiger als die der Konkurrenz, und zugleich hatte der Verlag eine Preiserhöhung (von 15 auf 20 Cent) durchgesetzt, was wohl nicht geklappt hätte, wenn DC nicht mitgemacht hätte.

Dies ist also Marvels 25-Cent-Ausgabe. Vielleicht hat Stan Lee genau zu diesem Zweck Neal Adams von DC abgeworben. Was der machte, war natürlich ein Unterschied wie Tag und Nacht zu Sal Buscema. Die Reise durch den Körper von Vision ist grafisch sehr gut gemacht, und Adams zeigt auch noch weitere Kabinettstückchen wie etwa zwei parallele Handlungen auf einer Seite, die zum Countdown des Skrull-Raumschiffs ablaufen. Etwas zu mäkeln hätte ich aber doch an den Zeichnungen: Adams, der vielleicht kurz zuvor noch Batman gezeichnet hatte, tat sich teilweise mit den Marvel-Figuren etwas schwer. Mal sieht Captain America seltsam aus, mal Mr. Fantastic. Das Ding interpretiert er für meinen Geschmack oft zu sehnig, und es ist teilweise auch zu groß. Er schafft es nicht, „Ol‘ Blueeyes“ als Funnyfigur rüberzubringen. Carol Danvers sieht jetzt reizvoller aus als bei Sal Buscema, aber sie ist wieder nicht die Frau, die wir in „Captain Marvel“ gesehen haben. Doch hätte Neal Adams die „Rächer“ länger betreut, hätte er das alles sicher noch viel besser hinbekommen. Wir sollten auch zumindest kurz würdigen, daß Inker Tom Palmer zurück ist.

Die Story: Ich hatte 1978 etwas Schwierigkeiten mit dem unvermittelten Einstieg, der sich erst im Verlauf von ein paar Seiten klärt. Es gab ja einen starken Cliffhanger, den Rausschmiß von vier Rächern, der anscheinend nicht weiterverfolgt wurde. Ich bin aber damals dann in die Story so allmählich reingekommen. Vielleicht kann man bemängeln, daß in dieser überlangen Geschichte nicht viel Handlung steckt. Aber sowohl die Reise durch Visions Körper als auch das Maskenspiel mit den Skrull hätte ich auch nicht kürzer sehen wollen.

Kann noch jemand sagen, ob Williams die Story komplett abgedruckt hat, oder ob da Seiten gekürzt wurden?
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Alt 22.11.2020, 07:35   #783  
Marvel Boy
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Stan war halt immer ein guter Geschäftsman.

KEEP CALM AND DON'T SMASH!
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Alt 22.11.2020, 11:31   #784  
Crackajack Jackson
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Die Rächer # 93
Titel: Mehr als Unmenschlich!
US: More than Inhuman!
Williams, August 1978 (Avengers #94, Dezember 1971)
Autor: Roy Thomas
Zeichner: Neal Adams 2.Kapitel John Buscema
Tusche: Tom Palmer





Vision gelangte bei der Flucht des Super Skrulls in sein Raumschiff, aber er alleine schafft es nicht den Skurll aufzuhalten (Warum macht er ihm nicht wenigstens den Hyperraumantrieb kaputt ?) .



Super Skrull wurde ins Exil geschickt, da der Herrscher Angst vor seinen Kräften hatte.
Mit der Übergabe der Gefangenen will er beweisen, dass er sehr nützlich sein kann.
Doch auf dem Heimatplaneten der Skrulls in der Andromeda Galaxis wird er feindlich empfangen. Der König fängt ihn mit einer Energieblase ein, die er nicht durchdringen kann. Dann kümmert er sich um die Gefangenen. Natürlich ist der König bestrebt, hinter das Geheimnis des Omni-Wave zu kommen. Deshalb verfrachtet er Wand und Pietro in eine unwirtliche Welt, wo sie gegen ein großes Monster um ihr Leben kämpfen müssen.
Captain Marvell kann nicht das Leben seiner Freunde aufs Spiel setzten und verspricht dem König das Geheimnis der Omni-Wave.

Auf der Erde greifen die Mandroiden von H.W. Craddock die Rächer an. Craddock kann außerdem noch auf die Waffen von Shield zurückgreifen. Während des Kampfes kommt aus einem Gullydeckel ein erschöpfter Inhuman hervor. Es ist Triton.

Die Geschichte spielt sich auf zwei Handlungsebenen ab. Auf dem Heimatplaneten der Kree geht es um das Schicksal der Gefangenen. Hier wird der Super Skrull erst einmal herausgenommen. Die Frage ist, ob Captain Marvell hier wirklich sein ganzes Volk verraten würde ? Ich glaube eher nicht. Marvell ist Soldat und im Krieg gibt es Opfer. Natürlich müssen Quecksilber und die scharlachrote Hexe jedoch irgendwie überleben.
Auf der Erde wissen die Rächer noch nicht so genau, wie sie den Vermissten helfen sollen. Statt dessen haben sie Probleme mit H.Warren Craddock , der das Gesetz in seine eigenen Hände nimmt und die Rächer einsperren möchte.
Es bleibt spannend.

Das zweite Kapitel wurde von John Buscema gezeichnet, den Rest machte dann Neal Adams.
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Alt 22.11.2020, 15:02   #785  
Phantom
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Hinter dieser Ausgabe steckt eine Vereinbarung zwischen DC und Marvel, die Marvel damals zu einem Coup nutzte. (...)
Zitat:
Zitat von Marvel Boy Beitrag anzeigen
Stan war halt immer ein guter Geschäftsman.
Hm. War Stan ein guter Geschäftsmann? Ich bin da nicht so sicher, er hatte doch in seiner Zeit als Editor-in-Chief mit den rein geschäftlichen Dingen gar nicht so viel zu tun. Jedenfalls glaube ich nicht, dass Stan irgendwas mit der Entscheidung zu tun hatte, den Coverpreis zu erhöhen. Das wäre doch Martin Goodmans Entscheidung gewesen, oder? Aber dabei war ich natürlich (leider) auch nicht.

Und soweit ich aus der Literatur entnommen habe, ist das mit der Vereinbarung zwischen Marvel und DC nicht gesichert. Die Vermutung liegt nahe, aber wissen wir das wirklich? Fakt ist, dass DC die Coverpreise zuerst von 15 auf 25 Cents erhöht hat (mit größerem Umfang, der dann zum Teil aus Reprints bestand), und Marvel ein paar (3?) Monate später nachgezogen hat. Der Vorlauf war sicher länger als drei Monate, also kann man wohl ausschließen, dass Marvel einfach nur auf DC reagiert hat. Wenn es eine Vereinbarung gegeben hat, warum hat Marvel dann erst ein paar Monate später umgestellt? DC hatte viel mehr Reprint-Material im Schrank, das erklärt, warum Marvel länger gebraucht hatte, aber bei einer Vereinbarung hätte man darüber doch geredet. Vielleicht hat Marvel ja über Umwege von DCs Plänen erfahren, zum Beispiel durch einen (gemeinsamen) Drucker? Aber klar, es kann auch ein Gespräch zwischen Goodman und Infantino gegeben haben.

Marvel hat dann nach nur einem Monat von 25 wieder auf 20 Cents gesenkt, DC hat das erst ein paar Monate später gemacht (wieder mit verringerter Seitenzahl). So einer richtig plausiblen Erklärung für Marvels Vorgehensweise bin ich noch nicht untergekommen. Es muss ja geplant gewesen sein, nur einen einzigen Monat mit den 25 Cents-Heften zu fahren. Aber warum? Warum nicht einfach gleich nur auf 20 Cents gehen und damit unter den DC-Preisen bleiben?
Phantom ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2020, 15:12   #786  
Crackajack Jackson
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Eigentlich unsinnig so eine Erhöhung für eine Ausgabe, es sei denn Marvel hätte eine Vertragslücke in einem geheimen Abkommen zwischen Marvel und DC gefunden und wollten mit dem billigeren Preis die Konkurrenz ausstechen.
Dann hätte sich aber auch DC nicht mehr an das Abkommen gebunden gefühlt.

So oder so. Kunden gefallen schwankende Preise damals wie heute nicht.
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Alt 22.11.2020, 17:17   #787  
jakubkurtzberg
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Diese Giant-Size Ausgaben gab es mit Coverdatum Nov. 1971 zum 10jährigen Jubiläum der Fantastic Four und damit dem ersten offiziellen Marvel Comic. In den Monaten zuvor hatten Stan und Co. die Fans mit dem "page count" beschissen, weil S. 12/13 immer Halbseiten waren. Es stand also "20" im Kästchen, obwohl effektiv nur 19 Ganzseiten produziert wurden. Das führte bei Nachdrucken und in diversen Auflistungen zu reichlich Verwirrung. Denn meistens wurden die beiden Halbseiten zu einer Ganzseite zusammenmontiert. Eine gänzlich andere Lösung zeigte der bsv in DER DÄMON Nr. 4 mit halbseitigen Anzeigen für seine Serien Horror und Tarzan.

Die Giant-Sizes waren z.B. Amazing Spider-Man #102, Avengers #93, Fantastic Four #116 und Thor #193.

Für FF #116 wurden zwei Stories produziert. Die erste mit 15, die zweite mit den üblichen 19 Seiten Comic-Teil. Auch das sorgte für Diskrepanzen. Im Lexikon der Comics waren deshalb alle nachfolgenden Nummern (bis zur Überarbeitung) um eins versetzt. Williams ließ von der Haus-Grafikerin Marlies Gerson ein extra Titelbild für FV Nr. 112 zeichnen und der bsv zeigte Dr. Doom auf dem Cover von Hit Comics FV Nr. 241, obwohl dieser im Heft gar nicht auftaucht. Das selbstgezimmerte Titelbild für Nr. 242 zeigt dann Johnny Storm und sein Alter Ego die Fackel gleichzeitig...
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Alt 22.11.2020, 17:21   #788  
jakubkurtzberg
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Ach ja, Williams schaffte es nicht, Rächer und Spinne mit je 34 Comic-Seiten auf 30 verfügbaren (32 abzüglich Titelbild und Sea-Monkeys Werberückseite) Seiten ungekürzt unterzukriegen. Erst Panini brachte die Avengers in seinen zahlreichen Kree/Skrull-Kriegsveröffentlichungen und Wieder- und Wiederveröffentlichungen vollständig. Bei Spider-Man gab es etwas mehr, weil bsv und Williams zwar beide kürzten, aber an unterschiedlichen Stellen.
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Alt 22.11.2020, 17:22   #789  
Peter L. Opmann
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Ich muß gestehen, ich habe die Story aus meiner Erinnerung erzählt. Gelesen habe ich das höchstwahrscheinlich in "Marvel - The untold Story", müßte aber nachsehen, was ich da genau gelesen habe.

Auf jeden Fall ist es bemerkenswert - auch wenn man die Inflation berücksichtigt -, wie billig damals Comic books waren. Da war eine Preiserhöhung sicher überfällig. Natürlich konnten Marvel und DC auch versuchen, die Werbeerlöse zu steigern. Das war ja auch später der Weg, als der Comicumfang auf 17 Seiten zusammenschmolz. Dann schon lieber ein bißchen mehr fürs Heft bezahlen - muß ja nicht gleich 4,95 Dollar sein oder so...
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Alt 22.11.2020, 17:35   #790  
Crackajack Jackson
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Wahrscheinlich waren die Auflagezahlen höher, die Produktionskosten niedriger, das Papier schlechter und man hat mehr für einen Dollar bekommen als heutzutage.

Geändert von Crackajack Jackson (22.11.2020 um 17:37 Uhr) Grund: ,
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Alt 22.11.2020, 17:46   #791  
Peter L. Opmann
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Hohe Auflagen, schlechtes Papier, Zeichner wurden mies bezahlt - stimmt alles. Da könnte man anfangen zu diskutieren, ob es richtig war, den Vertrieb in Comicläden zu verlagern, die Hefte hochwertiger zu machen, Zeichner (und Autoren) zu Stars aufzubauen und den Coverpreis zu erhöhen - hat man nicht dadurch große Teile der Leserschaft verloren? Aber diese Diskussion ist schon wiederholt geführt worden.
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Alt 22.11.2020, 17:55   #792  
Crackajack Jackson
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Deshalb hier gleich die nächste Praline:

Die Rächer # 94
Titel: Da kommt etwas nichtmenschliches!
US: Something inhuman this way comes..!
Williams, August 1978 (Avengers #95, Januar 1972)
Autor: Roy Thomas
Zeichner: Neal Adams
Tusche: Tom Palmer




Dem Eisernen gelingt es durch sein Wissen als Tony Stark, die Mandroiden auszuschalten. Jetzt kümmern sich die Rächer um Trition, der vor einem Krieg zwischen Menschen und Nichtmenschen warnt. Black Bolt ist verschwunden und er ist ohne Erinnerungen.
Doch Vision verweigert Triton die Hilfe. Zuerst müsse man sich um die entführten Rächer kümmern (vor allem um Wanda).
So splittet sich das Team auf, wie einst gegen den Tierkreis.
Captain America, Rick Jones, Goliath und Triton finden Black Bolt in San Franzisco, wo sie ihm gegen eine Gangsterbande helfen und dann mit ihm und seinem jungen Begleiter zurück zur großen Zuflucht der Nichtmenschen zu fliegen.
Dort hatte Black Bolt Maximus erwischt, wie er mit den Kree zusammen plante, die Welt zu erobern. Die Kree wollten fliehen, aber Black Bolt zerstörte mit seiner Stimme das Raumschiff.
Vision zweifelt an sich selbst und überredet Thor und den Eisernen, sich auch zur großen Zuflucht zu begeben.
Dort treffen sie ziemlich zeitgleich mit den anderen Rächern ein und Black Bolt verschafft ihnen mit seiner Stimme Zugang. Er zerstört die schützende Kuppel der großen Zuflucht.
Dahinter greifen die Nichtmenschen die Rächer auf Befehl von Maximus an, doch Black Bolt spricht zu seinen Leuten und sie erwachen, wie aus einer Trance aus der Gedankenkontrolle von Maximus.
Als sie den Palas stürmen können die dort anwesenden Kree Krieger mit Rick Jones als Geisel in ihrem Raumschiff fliehen.
Die Rächer rüsten sich zum Kampf gegen die Kree und die Skrulls.

Ein Heft, welches hauptsächlich auf der Erde spielt und den Focus auf die Verbindung der Nichtmenschen mit den Kree legt.
Außerdem wird Rick Jones entführt. Jetzt wird es wirklich mal langsam Zeit für eine Reise in den Weltraum.
Vision wollte ja eigentlich schon längst dort sein. Hier wird wieder deutlich, dass er eigentlich der menschlichste aller Rächer ist. Er verliebt sich, zweifelt seine eigenen Entscheidungen an, grübelt die ganze Zeit und hat Angst seine Liebe Wanda offen zu gestehen.
Black Bolt habe ich vorher und nachher nie wieder so viel reden gehört und Maximus sieht hier anders aus als in den FV Heften.

Geändert von Crackajack Jackson (28.11.2020 um 06:52 Uhr)
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Alt 22.11.2020, 19:42   #793  
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Nochmal zu Rächer #92: Das deutsche Heft habe ich nicht, nur eine s/w-Version in den Essentials. Ich finde die Story schon sehr cool, vor allem natürlich wegen Neal Adams. Das sind schon ganz ungewöhnliche Perspektiven, die Reise ins Innere von Vision ist einfach klasse, selbst wenn man diese Seiten schon oft gelesen hat. Unglaublich gut! Gut ist auch, dass Ant-Man rechtzeitig wieder rausgefunden hat. (Erinnert mich nämlich an einen Freund, dem auf einer Urlaubsreise nachts im Schlaf eine Kakerlake ins Ohr gekrabbelt ist. Leider hat diese Kakerlake nicht mehr rausgefunden [können Kakerlaken eigentlich rückwärts gehen?], und so musste ein Doc im Krankenhaus ran.)

Die Erinnerungen von Roy Thomas und Neal Adams gehen etwas auseinander bei der Frage, wer hier was erfunden hat. Klar ist wohl, dass Adams nach der "Marvel method" vorgegangen ist, d.h. es gab kein Script von Thomas, das Seite für Seite geplant war, sondern Adams hat sich die Plotdetails selber ausgedacht. Die Idee zur Reise ins Innere von Vision stammt wohl gesichert von Adams. Uneins sind sich die beiden bei der Frage, wer denn die Idee mit dem 4. Skrull hatte, weil in FF #2 am Ende nur drei Kühe zu sehen waren. Und vollständig auseinander gehen die Erklärungen, warum das letzte Kapitel des Kree/Skrull-Kriegs von Buscema ist. Neal Adams meint, seine Ideen (u.a. die Story mit viel mehr Fortsetzungen viel komplexer zu gestalten) hätte man bei Marvel nicht mehr gewollt; Roy Thomas sagt, dass Neal Adams ständig Deadlines nicht geschafft und am Ende alles so lange verzögert hätte, dass die Reißleine gezogen werden musste und Buscema und Palmer eine "Notstory" runterreißen mussten, um das Heft doch noch rechtzeitig zum Drucker bringen zu können.

Aber noch sind wir bei #92: Mir sind natürlich die Anspielungen auf SF-Romane bei den (Zwischen-)Überschriften aufgefallen: "A journey to the center of the android" = Verne, Reise zum Mittelpunkt der Erde; "War of the weirds" = Wells, Krieg der Welten; "20,000,000 years to earth" = Verne, 20000 Meilen unter dem Meer. Aber wer hat "This Beachhead Earth" erkannt? Ich nicht, Google schon: This Island Earth, Raymond Jones.
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Alt 22.11.2020, 20:13   #794  
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Übrigens wird Roy Thomas heute 80. "Roy the boy", "rascally Roy", wo sind die Jahre hingegangen? Da Roy ja hier sicher mitliest: alles Gute, danke für tolle Geschichten in den 70ern, bis heute interessante Alter-Ego-Magazine und großformatige TASCHEN-Bücher.
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Alt 22.11.2020, 20:21   #795  
Peter L. Opmann
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Der "Kree-Skrull-Krieg" ist 49 Jahre her (1971 in USA erschienen) - da sind die Jahre hin...

Lieber Roy, auch wenn Du mich vermutlich nicht persönlich kennst, ich gratuliere auch!
Peter L. Opmann ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2020, 20:59   #796  
Crackajack Jackson
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Happy Birthday Roy.
Auch für die vielen nachhaltigen Geschichten, wie den Kree/Skrull Krieg, auf den sich noch 49 Jahre später, im laufenden Event „Empyre“ bei Panini, bezogen wird.

Geändert von Crackajack Jackson (23.11.2020 um 07:30 Uhr)
Crackajack Jackson ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.11.2020, 11:26   #797  
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Ich beschäftige mich noch mit Rächer #93 und versuche zu verstehen, was da genau abgeht. Thomas schreibt von "three human captives" im Raumschiff des Super-Skrull. Aber Captain Marvel ist doch ein Kree? Dann führen die "Hirnwellen" von Pietro und Wanda den Super-Skrull zu den Nichtmenschen, weil die "ähnliche Hirnwellen" haben. Das verstehe ich schon mal nicht; was haben Wanda und Pietro mit den Nichtmenschen zu tun? Da fehlt mir wohl eine Ausgabe aus der Vergangenheit.

Dann will der Super-Skrull die Nichtmenschen töten. Warum eigentlich nochmal genau? Das wird aber von der Halbkugel aus dunklem Licht verhindert, die plötzlich über der großen Zuflucht erscheint. (Wird das später irgendwie erklärt?) Daraufhin hat der Super-Skrull sofort keine Lust mehr und nimmt Kurs auf die Heimat. Zwei Seiten später erklärt er, dass Wanda und Pietro nicht mehr nützlich für ihn sind. Trotzdem nimmt er sie mit. Ok, warum er Captain Marvel mitnimmt, verstehe ich: dieser kennt das Geheimnis des "omni-wave projectors", und der Super-Skrull will seinen eigenen König, der ihn einst verbannt hatte (warum genau nochmal?), mit diesem Coup besänftigen. Aber bei der Ankunft wird der Super-Skrull gleich mal vom Herscher angegriffen und vorerst (?) ausgeschaltet - in Superhelden-Comics wird nicht geredet oder erklärt, lieber gleich mal feste druff. Der Herrscher erkennt aber die Gelegenheit und stellt Captain Marvel vor die Wahl, entweder Wanda und Pietro oder das ganze Volk der Kree zu opfern (indem das Geheimnis des omni wave projectors offenbart wird). Vorerst lenkt Captain Marvel ein, um Wanda und Pietro zu retten. (Bleibt der omni wave projector ein MacGuffin, oder kommt der später tatsächlich noch zum Einsatz? Wir werden sehen.)

Seite 17, der Beginn von Teil 3, ist wieder ein cooler Einfall von Adams: ein ganzseitiges Panel mit einer extrem verzerrten Perspektive von McCarthy, äh, Craddock. Obwohl ich mir vorstellen kann, dass Will Eisner beim Spirit solche Sachen auch schon gemacht hat. Diese Mandroiden am Schluss sind aber extrem lächerlich. Genauso wie der Eiserne auf Rollschuhen (in der deutschen Übersetzung fälschlich "Skateboards").

Das Titelbild übertreibt ("Mandroiden, vollstreckt das Todesurteil"); es geht um kein Todesurteil, die Rächer sollen einfach nur mit Zwang dazu gebracht werden, vor dem Ausschuss auszusagen.

Momentan würde ich sagen: das ungewöhnliche Artwork von Neal Adams übertüncht gewisse Ungereimtheiten und lächerliche Einfälle im Skript.
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Alt 23.11.2020, 11:54   #798  
Peter L. Opmann
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Ich denke, Du lieferst die Erklärung für manche Ungereimtheiten: Man braucht irgendeinen Konflikt als Vorwand, damit alle lustig aufeinander einprügeln können. Nachvollziehbar muß der Konflikt dafür nicht unbedingt sein.

Am Anfang finde ich Dich aber - mit Verlaub - etwas erbenzählerisch. Captain Marvel würde bei mir als "human" durchgehen, denn er sieht wie ein Mensch aus - hat nicht mal Spock-Ohren. Und Quecksilber und die Scharlachhexe sind Mutanten und damit den Nichtmenschen schon ähnlich.
Peter L. Opmann ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 23.11.2020, 12:59   #799  
Phantom
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So, Rächer #94. Der lächerliche Handlungsstrang mit den "Mandroids" geht immer noch weiter, aber zum Glück nur untergeordnet. Natürlich kann der Eiserne sie ausschalten, er hat als Tony Stark die Rüstungen ja konstruiert.

Zu den Nichtmenschen: auf Seite 6 (im Original) wird Maximum als "cousin" von Black Bolt bezeichnet, später als "brother". Das ist ein Bock von Thomas, der im Deutschen übernommen wird. Dann gibt es in der Williams-Übersetzung eine Stelle, über die ich etwas nachdenken musste: Maximus bringt mit seinen Gedankenwellen versehentlich das Kree-Schiff zum Absturz; und laut Williams waren "jene, die im abstürzenden Kree-Schiff getötet wurden (...) die Eltern, die beide geboren hatten". Warum waren die Eltern von Black Bolt und Maximus im Schiff der Kree? Da waren doch nur Kree-Krieger drin. Sind also Black Bolt und Maximum Söhne der Kree? Aber nein, im Original steht, dass die Eltern der beiden vom, nicht im abstürzenden Raumschiff getötet wurden. Das ändert natürlich einiges.

Cap & Co. können Black Bolt in San Francisco helfen und in Kenntnis des Putsches durch Maximus setzen. Black Bolt fleht die Rächer an, ihn unbedingt zu seinem Volk zu begleiten. Allerdings hätte es die Rächer gar nicht als Verstärkung gebraucht, denn Black Bolt kann die Schutzkapsel ganz leicht zerstören, und dann muss er nur flüstern, dass die Aufständischen doch jetzt wieder ihm gehorchen sollen, und zack sind alle wieder auf seiner Seite. Und zack, Maximus wird mal schnell wieder wahnsinnig und ist damit keine Gefahr mehr. Gerade noch rechtzeitig, bevor die letzte Seite erreicht ist. Da haben es sich Plotter und Scripter aber wieder sehr einfach gemacht mit der Auflösung.

Rick Jones ist jetzt Gefangener der Kree, Wanda und Pietro Gefangene der Skrull. Zumindest an dieser Front wird die Spannung noch weiter aufgebaut.

Das Cover schummelt erneut. Nirgendwo kommt es im Heft zum Kampf zwischen Cap und Maximus.

Was mir neben dem erwähnten Übersetzungsfehler noch in der Williams-Ausgabe auffällt: Auf Seite 3 ist beim Titel, dessen Buchstaben Wasserpfützen darstellen, am Anfang ein "S" orange eingefärbt - das ist aber der Anfangsbuchstabe des Originaltitels. Auf Seite 9 hat Cap mal grüne Hosenbeine, auf Seite 13 mal gelbe Streifen am Kostüm. Der Eiserne hat im Schlusspanel gelbe Stiefel statt rote. Und Nick Furys Slang wurde manchmal etwas unverständlich übersetzt, aber das war auch nicht immer so einfach: Wie soll man "you are a pain-in-the-assignment" (als Anspielung auf "pain-in-the-ass") übersetzen? Williams hat es mit "Sie sind ein Amtsschimmel" versucht.

Die Zeichnungen von Neal Adams sind schön, aber nicht so voller ungewöhnlicher Perspektiven wie in den Ausgaben vorher. Vielleicht der Druck der Deadline. Inhaltlich finde ich das Heft wieder besser mit Ausnahme der schnellen Auflösung, die aus dem Hut gezaubert wird. Die besten Seiten sind die Rückblenden zu Black Bolts und Maximus' gemeinsamer Vergangenheit.
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Alt 23.11.2020, 13:13   #800  
Phantom
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Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Am Anfang finde ich Dich aber - mit Verlaub - etwas erb[s]enzählerisch. Captain Marvel würde bei mir als "human" durchgehen, denn er sieht wie ein Mensch aus - hat nicht mal Spock-Ohren. Und Quecksilber und die Scharlachhexe sind Mutanten und damit den Nichtmenschen schon ähnlich.
Klar zähle ich Erbsen. Das ist doch mein Beweggrund, die alten Williams-Heft noch einmal zu lesen. Als Kind habe ich Superhelden-Comics gelesen, um in diese Welt einzutauchen. So kann ich da nicht mehr rangehen. Ich stecke auch nicht mehr tief genug drin, um die genauen Unterschiede Android, Mutant, Kree, Skrull, Mensch, Nichtmensch,... runterbeten zu können.
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