Thema: Reprodukt
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Alt 28.08.2006, 23:24   #9  
Dirk Rehm
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Newsletter September:

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NEU BEI REPRODUKT


Folgende Titel werden im September erscheinen:

"Mister I" von Lewis Trondheim

Genau wie sein Vorgänger Mister O versucht Mister I die Probleme, die sich ihm stellen, durch Einfallsreichtum zu meistern. Doch so gut seine Ideen auch sind, sie bringen ihn immer wieder in Konflikt mit anderen strichmännchenhaften Gestalten. Und anstatt die Herausforderungen - gemäß seinem Initial - intelligent zu lösen, tappt er von einer Irrwitzigkeit in die andere.

Lewis Trondheim zeichnet auf jeder Seite dieser Sammlung eine andere Geschichte um Mister I. Alle sind lustig und fesselnd zugleich.

ISBN 3-938511-19-2, 48 Seiten, farbig, 29 x 21 cm, Softcover, 8 EUR
http://www.reprodukt.com/product_inf...roducts_id=182


"Der alltägliche Kampf 3 - Kostbarkeiten" von Manu Larcenet

Fast ein Jahr ist seit dem Tod von Marcos Vater vergangen. Doch die Brutalität seines Selbstmordes ist noch immer allgegenwärtig und stellt Marco vor unzählige schmerzhafte Fragen. Ein Tagebuch seines Vaters, das er beim Aufräumen findet, führt ihm nur noch mehr vor Augen, wie wenig die beiden sich gekannt haben. In dieser Situation, auf der Suche nach sich selbst und seinen Wurzeln, scheint seine Freundin Emilie sein einziger Halt zu sein. Doch gerade jetzt verlangt Emilie eine Entscheidung: Sie will ein Kind.

Manu Larcenet beweist auch im dritten Band von "Der alltägliche Kampf" sein feines Gespür für die Einzigartigkeit des Augenblicks. Seine Zeichnungen fördern eine Menschlichkeit zu Tage, die man in Comics nur selten findet, sein Strich scheint noch bedachter, noch reifer geworden zu sein. Und seine lebendig porträtierten Figuren sind einem ohnehin schon ans Herz gewachsen.

"'Der alltägliche Kampf' von Manu Larcenet ist ein erfreuliches Beispiel anspruchsvoller Comic-Unterhaltung. Die sensibel und leise erzählte Geschichte eines etwas schüchternen Fotografen, der nur versucht, einigermaßen friedlich mit sich, der Welt, seinem Kunstanspruch, seiner Freundin und seine vergreisenden Eltern klarzukommen, ist mal vergnüglich, mal melancholisch und die einfachen, aber anrührenden Zeichnungen sind ein Augenschmaus." – Ralf König

ISBN 3-938511-73-7, 64 Seiten, farbig, 31 x 23,5 cm, Softcover, 13 EUR
http://www.reprodukt.com/product_inf...roducts_id=235


NEU BEI KIKI POST


"Asleep in a foreign place" von Moki

Die 1982 geborene Malerin Moki hat der Hamburger Kunst- und Galerienszene in den letzten Jahren mit großer Produktivität und detailverliebtem Gestus wichtige Impulse gegeben. Ihre Affinität zu Comics drückt sich nicht nur darin aus, dass sie ab und an auch selbst Bildgeschichten zeichnet. Sie bedient sich vielmehr Motiven aus dem Comic-Kontext und bringt diese in einen neuen Zusammenhang. Mokis Bilder sind per se erzählerisch, sie laden den Leser ein zu einem gemeinsamen Spaziergang mit unheimlichen Wald- und Wiesenbewohnern, vorbei an Berghängen, Wasserfällen, hinein in die tiefsten Höhlen und auf in die luftigste Höhen.

Moki veröffentlicht ihre Comics und Illustrationen in Anthologien wie "Orang" und "Panik Elektro" (Schwarzer Turm), aber auch in Jim Avignons "attack/delay3" und der Hamburger Anthologie "Spring". Mit ihrem ersten Buch, der Monographie "Asleep in a foreign place", gibt sie einen Überblick über ihr bisheriges Werk.

Ausführliche Informationen über Moki und ihre Arbeiten finden sich auf ihrer Homepage http://www.mioke.de.

ISBN 3-9809769-5-5, 96 Seiten, farbig, 17 x 24 cm, Softcover, 18 EUR
http://www.reprodukt.com/product_inf...roducts_id=243


TERMINE


"Who talks in Math?" – Ausstellung von Moki bei Feinkunst Krüger, Hamburg

Vom 2. bis zum 30. September zeigt die Hamburger Künstlerin Moki ihre neuen Arbeiten bei Feinkunst Krüger. Zur Finissage präsentiert sie ihr bei Kiki Post erscheinendes Buch "Asleep in a foreign place".

Mokis neue Arbeiten zeigen Landschaften und Wesen, denen etwas eigenartiges und unberechenbares anhaftet. Auf ihren Acrylbildern, die sowohl in Farbe als auch Schwarzweiß gemalt sind, präsentiert Moki irreale Situationen in denen sich Fantasie und Wirklichkeit zu einem atemberaubenden Ganzen fügen. "Subjektive Realität" nennt Moki das Ergebnis ihrer Arbeit, von der viele Bildbeispiele auf ihrer Homepage zu betrachten sind.

Die Vernissage zur Ausstellung am Samstag, den 2. September beginnt um 18 Uhr und wird von DJ Haina mit Musik begleitet. Die Finissage ist gleichzeitig die Präsentation ihres neuen Buches "Asleep in a foreign place" und findet am Samstag, den 30. September von 12 bis 20 Uhr statt.

Feinkunst Krüger, Ditmar-Koel-Str. 22, D-20459 Hamburg
Tel. (040) 31 79 21 58
e-mail: info@feinkunst-krueger.de, http://www.feinkunst-krueger.de, http://www.mioke.de
Öffnungszeiten: Fr 12-19 Uhr, Sa 12-17 Uhr oder nach Vereinbarung


"Targets for the modern home" – Ausstellung von ATAK in der Galerie Raum 21, Hamburg

Die Ausstellung "Targets for the modern home", die bereits in Paris zu sehen war, wird im September dieses Jahres von ATAK für die Galerie Raum 21 in Hamburg reanimiert. Psychedelische Motive, romantische Genre-Versatzstücke und Bildzitate von Osamu Tezuka bis zu Jack Kirby werden von ATAK in einen neuen Zusammenhang gestellt und auf kleinformatigen Leinwänden präsentiert – den "Zielscheiben für das moderne Zuhause". Für die Ausstellung hat ATAK auch größere Zielscheiben bemalt, und es darf geschossen werden!

Die Vernissage zu "Targets of the modern home" findet am Samstag, den 9. September ab 19 Uhr statt – die Eröffnungsrede wird von Fil gehalten. Anschließend ist die Ausstellung bis zum 7. Oktober zu sehen. Am Abend des 7. Oktober schließt die Ausstellung mit einer Finissage, die ebenfalls um 19 Uhr beginnt.

Raum 21, Unnastr. 21, D-20253 Hamburg
http://www.fcatak.de
Öffnungszeiten: Do+Fr 19-21 Uhr, Sa 11-15 Uhr


21. Helsinki Comics Festival

Am 23. und 24. September findet dieses Jahr das Comics Festival in Helsinki statt, bei dem unter anderem Warren Ellis ("Planetary"), Anke Feuchtenberger, Sascha Hommer, Manu Larcenet und Juan Díaz Canales & Juanjo Guarnido ("Blacksad") als Gäste eingeladen sind. Ähnlich wie der Comic-Salon in Erlangen bietet das Festival alles rund um das Thema Comic. Ausstellungen von finnischen und ausländischen Zeichnern, Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden stehen auf dem Terminplan und Signierstunden der anwesenden Zeichner runden das Programm ab.

Das Zentrum des Festivals befindet sich im Theater Gloria, Pieni Roobertinkatu 12 in Helsinki. Auch Reprodukt wird einen Stand am Comics Festival haben und vor allem Comics von deutschen Autoren anbieten.

Helsinki Comics Festival, Theater Gloria, Pieni Roobertinkatu 12, F-00101 Helsinki
e-mail: comics@book-fair.com, http://www.kupla.net


AKTUELL


Reprodukt reif für die Insel

Der Comichändler Forbidden Planet bietet ab sofort eine Auswahl des Reprodukt-Sortiments auf seiner Website zur Online-Bestellung an. Neuerscheinungen und ältere Titel vor allem der deutschen AutorInnen sind so auch auf den britischen Inseln problemlos erhältlich. Wir freuen uns, so einen Teil der deutschsprachigen Comicszene im angelsächsischen Raum bekannt machen zu können. Informationen zum Sortiment von Forbidden Planet finden sich auf http://www.forbiddenplanet.co.uk.


ATAK auf allen Kanälen

Nach seiner Rückkehr aus Stockholm nach Berlin hat ATAK neben seiner im Oktober bei Reprodukt erscheinenden Veröffentlichung "Kub" einen ganzen Strauß neuer Aktionen geplant, darunter Ausstellungen, eine neue Künstlergruppe und ein Buchprojekt.

Für das Business-Magazin "brand eins" hat ATAK einen lesenswerten Artikel von Peter Lau über die deutsche Comicszene illustriert, für den neben ATAK unter anderem Dirk Rehm, Line Hoven und die Macher von comicstills.com interviewt wurden. Nebenbei veröffentlicht ATAK regelmäßig seine Comickolumne in "Das Magazin", für die er auch Portraits anfertigt.

Aktuell zu Buchmesse in Göteborg vom 21. bis zum 24. September erscheint beim schwedischen Sanatorium Verlag "En Viss Plume" des französischen Dichters Henri Michaux (1899-1984) mit Illustrationen von ATAK. Die Vorzugsausgabe ist auf 100 Exemplare limitiert und mit einer Siebdruckgrafik des Künstlers versehen.


Elke Steiner illustriert Unterrichtsmaterial zum Thema Menschenrechte

Das Deutsche Institut für Menschenrechte stellt auf seiner Homepage Unterrichtsmaterialien zur Menschenrechtbildung bereit. Dafür hat die Berliner Zeichnerin Elke Steiner eine Reihe von Strips angefertigt, die die behandelten Themen illustrieren. Die ersten drei Folgen "Was sind Menschenrechte?", "Schutz vor Diskriminierung" und "Frauenrechte" stehen auf der Website zum Download bereit, weitere folgen in den nächsten Wochen.

Die Broschüren lassen sich kostenlos herunterladen: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de


PRESSE


Vier lesenswerte Rezensionen und ein Interview mit Arne Bellstorf im August 2006:


"Charles Burns: Black Hole" – Teenagergrauen" – fluter.de vom 18. August 2006 (Volker Hummel)

Größer noch als das Grauen, das einem der Anblick eines entzündeten Eiterpickels bereitet, kann das Vergnügen sein, wenn der ganze Sabsch in einer Mini-Ejakulation an den Spiegel spritzt. Teenager könnten davon ein Lied singen – wenn sie nicht so verklemmt wären. Zu keiner anderen Zeit des Lebens ist das Verhältnis zum eigenen Körper so ambivalent wie in der Jugend, so euphorisch und angewidert zugleich.

Dem 1955 geborenen amerikanischen Künstler Charles Burns, dessen Comic-Epos "Black Hole" um den körperlichen Horror der Adoleszenz kreist, ging es wohl auch so in seiner Jugend. Statt harmloser Pickel gibt es in seinem schwarz-weißen Universum allerdings gleich eine ganze Epidemie abnormer Körpermutationen, die Jugendliche im Seattle der 1970er-Jahre befallen. Statt mit Akne haben sie es mit Löchern im Körper, mit postkoitalen Häutungen und mit Gewebewucherungen zu tun. Mehr: http://www.fluter.de/look/article.tp...0&NrSection=41


"Lewis Trondheim: A.L.I.E.E.N." – Radio Fritz vom 16. August 2006 (Tom Ehrhardt)

Jetzt ist es bewiesen: Außerirdische schreiben Comics! Lewis Trondheim – der französische Großwesir der modernen Bildergeschichte hat es bei einem Familienpicknick auf einer Wiese gefunden und war begeistert. Glücklicherweise ist der Comic nicht in die Archive des Geheimdienstes, sondern geradewegs in den Buchladen gewandert.

Lewis Trondheim ist einfach ein Glückspilz. Der 42jährige Ausnahmeautor findet tatsächlich beim Familienausflug einen Comic, der nicht von dieser Welt ist. Bildergeschichten mit undefinierbaren Worten in nie gesehenen Schriftzeichen sind darin zu finden – und aus den Mündern einer Schar wahnsinnig niedlicher, aber teils auch fieser Figuren purzeln sie. Mehr: http://www.fritz.de/_/fritzinfo/deta...key=79914.html


"Ein Insekt im Rauch" – "Der Bund" vom 10. August 2006 (Christian Gasser)

Sascha Hommers Comic «Insekt» ist eine Teenagerparabel um Intoleranz und Aussenseitertum. «Insekt» ist eines der beachtlichsten Debüts der letzten Jahre und etabliert Sascha Hommer als einen der begabtesten Comic-Erzähler seiner Generation.

Nichts weist darauf hin, dass Pascal anders ist als seine Freunde. Er ist beliebt, er wird zum Klassensprecher gewählt, mit seinen Kumpels spielt er am Computer, und dass gewisse Mädchen auf ihn stehen, verunsichert ihn. Ein ganz normaler Junge also mit den Problemen, die jeder Junge kurz vor der Pubertät hat. Möchte man meinen. Nur die Stadt, in der er lebt, ist ungewöhnlich: Schwarzer Rauch, gegen den jeder Lichtstrahl machtlos ist, hüllt Strassen und Gebäude ein. Und doch sind die Menschen glücklich, in diesem Moloch zu leben, denn draussen, so kolportieren Schreckensmärchen, die die Kinder das Fürchten lehren sollen, beginnt die Wildnis, in der die Insekten hausen, die hässlichen, primitiven und blutrünstigen Insekten. Mehr: http://www.espace.ch/artikel_243970.html


"Im Niemandsland der Globalisierung – Guy Delisles Comics-Tagebuch «Shenzhen»" – "NZZ" vom 10. August 2006 (Christian Gasser)

Nach einem langen Arbeitstag wird Guy Delisle in seinem Hotelzimmer im chinesischen Shenzhen durch Temperaturen einer Kühltruhe überrascht. Verärgert über die Putzfrau, die, wie er argwöhnt, die Klimaanlage jeden Morgen aufdreht, tritt er gegen den Thermostaten. Das Plasticgehäuse zerbricht. Verwundert stellt Delisle fest, dass der Temperaturregler eine Attrappe ist, ein im Leeren drehendes Rädchen.

Die Tücken des Alltags im China von heute: Der Comics-Autor und Trickfilmer Guy Delisle erfuhr sie am eigenen Leib, als er im Dezember 1997 für drei Monate nach China zog, um die Herstellung eines Animationsfilms für das Fernsehen zu beaufsichtigen. Auch die westliche Trickfilm- Industrie schiebt derzeit die Handarbeit gerne in Niedriglohnländer wie China ab; das kostet im Westen viele Jobs, erfordert aber den neuen Beruf eines nomadisierenden Art-Directors. Als ein solcher musste sich der Frankokanadier Guy Delisle nun in Shenzhen mittels Dolmetschern Zeichnern verständlich machen, die sich andere Bildsprachen und Physiognomien gewohnt sind. Mehr: http://www.nzz.ch/2006/08/10/fe/articleED75C.html


"Alles erst mal ernst nehmen – Ein Gespräch mit dem Comiczeichner Arne Bellstorf" – "Junge Welt" vom 5. August 2006 (Frank Schäfer)

Christoph muß die zehnte Klasse wiederholen. Er lebt bei seiner Mutter, die genug mit ihren eigenen hormonellen Problemen zu tun hat. Der Vater hat sich längst davongemacht. Christoph leidet, wie man mit 16 nur leiden kann. Dann lernt er Miriam kennen, die beiden haben was miteinander, aber richtig nahe kommen sie sich auch nicht, vielleicht weil die Trennung seiner Eltern ihn zu sehr verletzt hat, vielleicht weil ihn der altersgemäße Weltschmerz zu derb am Schlawittchen packt. Schließlich beobachtet er, wie sie einen anderen küßt.

Die Geschichte ist unspektakulär, aber Arne Bellstorf macht was draus: »acht, neun, zehn« (Reprodukt) ist ein fein beobachtetes, todtrauriges und überdies mitreißendes Porträt einer Adoleszenz im niedersächsischen Plattland. Bellstorf, der mit Sascha Hommer den kleinen Verlag Kiki Post betreibt, bekam für sein Debüt verdientermaßen den diesjährigen ICOM-Preis (bester Independent-Comic) zugesprochen. Mehr: http://www.jungewelt.de/2006/08-05/032.php
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