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Alt 08.10.2017, 19:44   #1  
Retro
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Standard Robocop - Filme und Serien

RoboCop (1987)



Detroit in naher Zukunft:
Die Polizei wird vom mächtigen Privatkonzern OCP geleitet, und schafft es kaum noch, die Bürger vor einer immer mehr eskalierenden Verbrechenswelle zu schützen.
Als neue Hoffnung gilt ein Projekt von OCP, welches sich um Cyborg-Technik dreht.
Bei einem Einsatz gegen eine brutale Drogengang wird Officer Murphy lebensgefährlich verletzt.
Man flickt ihn bei OCP mit Biomechanischen Bauteilen wieder zusammen, und löscht sein Gedächtnis.
Das Experiment gelingt, und RoboCop räumt erfolgreich in der Unterwelt auf.
Probleme tauchen auf, als RoboCop sich teilweise wieder an seine Vergangenheit als Mensch erinnern kann, dadurch auch Korruption innerhalb von OCP aufdeckt-
und das ganze zu einer persönlichen angelegenheit macht...

RoboCop war der erste Film, den ich mir damals noch per Brief-Bestellung und hoffnungslos überteuert als Import-VHS holte,
da selbst die deutsche FSK 18-Erstauflage, die ich aus einer Videothek gekauft hatte, stark gekürzt war.
Man konnte ihn sich durchaus ansehen, es war auch alles verständlich- aber man bemerkte eben doch einige der Schnitte...
Ungekürzt, wie man ihn heute problemlos auf jeder DVD oder Blu-ray kriegt, gehörte RoboCop seinerzeit wohl zum härtesten, was man in Actionfilmen sehen konnte.
Damals war ich auch generell von den Tricks noch begeistert, heute muss man sagen, dass zumindest die Szenen um ED-209 verdammt schlecht gealtert sind.
Das macht den Film an sich natürlich nicht schlechter, sein Kultstaus ist durchaus berechtigt.
Der Zynismus in diesem Film wurde bis heute nur selten erreicht,
er überzeugt sowohl als Actionfilm, wie auch als boshafte Satire in Richtung Polizeistaat, Technisierung und Medien.
Sowohl Peter Weller als RoboCop, als auch Kurtwood Smith als Drogenbaron Clarence Boddicker sind eine perfekte Wahl,
auch die anderen Darsteller wurden sehr gut ausgesucht (Nancy Allen, Miguel Ferrer...).
Der sehr gelungene Soundtrack von Basil Poledouris krönt das ganze.
Regisseur Paul Verhoeven hat mit RoboCop einen wahren Klassiker unter den Actionfilmen geschaffen!

10/10

RoboCop 2 (1990)

In Detroit herrscht Chaos. Die Verbrechensrate sowie die Drogenproblematik sind inzwischen so extrem, dass die Polizei oft nicht mal mehr eingreift-
mit Ausnahme von RoboCop und seiner Partnerin.
Neben der neuen Designerdroge "Nuke" gibt es ein weiteres Problem- als Drogenbaron Cain es schafft, RoboCop zu überwältigen und in seine Einzelteile zu zerlegen,
wird er zwar noch einmal zusammengeflickt und umprogrammiert, aber bei OCP auch gleichzeitig an einem Nachfolgemodell gearbeitet-
denn der Konzern plant immer noch, die Stadt zu beherrschen.
Robocop steht zwischen den Fronten von Verbrechern, seiner eigenen drohenden Deaktivierung und dem Gesetz...

Hier hat man durchaus einiges richtig gemacht, mit Irvin Kershner ist immerhin auch kein unbekannter auf dem Regiestuhl.
Peter Weller und Nancy Allen sind wieder mit dabei, die zynischen Seitenhiebe und einiges an Action sind auch vorhanden.
Auch die Effekte sind gelungen... aber irgendwie springt der Funke nicht mehr ganz über.
Tom Noonan als Caine ist ein brauchbarer Gegenspieler, kommt aber an Kurtwood Smith nicht heran.
Die Story bietet nicht viel neues, und die Idee seine Erinnerungen, und dementsprechend auch Murphy's Ex-Frau einzubinden wirkt ebenso deplaziert,
wie die Idee aus Robocop kurzzeitig einen besseren Kinderbetreuer zu machen.
Der Fortsetzung fehlt einfach etwas besonderes, ein wenig Tiefgang, neue Ideen- und die Boshaftigkeit des Vorgängerfilmes.
Als reiner Actionfilm ist er trotzdem durchaus brauchbar.

7/10

RoboCop 3 (1993)

In den Slums von Detroit herrscht Bürgerkrieg. Der inzwischen von Japanern geleitete OCP-Konzern terrorisiert die Bewohner, um diese loszuwerden.
Dort soll ein von OCP geleitetes Geschäftsviertel entstehen, was sich einige der Bewohner aber nicht gefallen lassen wollen.
Als einige der rebellierenden Zivilisten das Waffenlager von OCP überfallen, um sich gegen die illegalen Methoden des Konzerns zu wehren,
will OCP auch RoboCop auf die Rebellen ansetzen.
Dieser hat jedoch schon bemerkt, dass er in diesem Fall für die falsche Seite kämpfen würde, und schlägt sich auf die Seite der Zivilisten.
Doch OCP hat noch eine neue Waffe- Ninja-Roboter, die jetzt auf RoboCop angesetzt werden...

Was hat man hier nur aus Robocop gemacht... Zynismus? Fehlanzeige! Gewaltdarstellung? Fehlanzeige!
Alles, was die ersten beiden Filme ausgemacht hat, fehlt hier vollkommen.
Der gesamte Film ist zwanghaft auf Jugendfrei getrimmt, was in einem absolut peinliche Finale mit einem herumfliegenden RoboCop gipfelt.
(Dass man teils die Seile sieht, an denen er aufgehängt herumfliegt, macht es nur um so lächerlicher)
Auch die Besetzung wurde komplett ausgetauscht, Robert John Burke als RoboCop geht zwar halbwegs in Ordnung, aber störend ist das trotzdem.
Viel enttäuschender ist da schon die Regie:
Von Fred Dekker, der ein paar Jahre zuvor mit seinem Debütfilm "Die Nacht der Creeps" einen Achtungserfolg landete, erwartete man einfach mehr.
Interessanterweise war dies bis heute sein letzter Film- scheinbar hat er sich mit dieser Gurke seine Karriere zerstört...
Schade, denn die Handlung klingt erstmal besser, als sie im Film dann umgesetzt wurde.

3/10

RoboCop (2014)



In naher Zukunft ist der amerikanische Konzern Omnicorp weltweit der Marktführer in Robotertechnologie.
Überall werden die vom Konzern produzierten Kriegs- und Polizei-Roboter ED-208 und ED-209 erfolgreich eingesetzt, nur im eigenen Land nicht.
Dies liegt an einem Gesetz, welches Maschinen verbietet, Polizeiarbeit zu leisten, da diese völlig gefühllos handeln.
In Detroit herrschen Kriminalität und Korruption, auch bei einigen Polizisten- was dem gesetzestreuen Cop Alex Murphy zum Verhängnis wird,
als er entdeckt, dass Waffen aus Polizeigewahrsam auf der Straße auftauchen.
Murphy wird daraufhin bei einem Sprengstoff-Anschlag schwer verletzt, und von Omnicorp auserkoren, eine neue Art Polizist zu werden-
ein Cyborg, zwar mehr Maschine als Mensch, aber eben mit menschlichen Gefühlen.
Doch mit einem hat niemand gerechnet: Der menschliche willen lässt sich trotz Operation am Gehirn nicht so einfach unterdrücken-
schon bald nimmt sich RoboCop entgegen seiner Programmierung des Falles "Versuchter Mord an Alex Murphy" an, und stößt dabei tiefer in Polizeikreise vor, als er dachte...

Ein "Remake" würde ich diesen Film nicht nennen. Eher ein Reboot.
Dass der neue RoboCop moderner daherkommen würde war klar, und die Umsetzung ist meiner Meinung nach auch hervorragend gelungen.
Der Score klingt etwas modernisiert, aber wuchtig wie gewohnt, RoboCop's Rüstung wirkt ebenfalls modern, aber absolut passend- das selbe gilt für sein Motorrad.
Aufgrund der Freigabe ab 12 Jahren war klar, dass es sich hierbei nicht um einen zynisch-brutalen Splatter-Actionfilm handeln wird, wie es das Original war.
Aber dass man es hier geschafft hat, die perfekte Balance aus Action, und, fast möchte ich sagen Drama, auf die Leinwand zu bringen, hätte ich nicht geglaubt.
Die erste Filmhälfte gönnt sich die Zeit, die Charaktere einzuführen, die ethischen und rechtlichen Fragen aufzugreifen, die bei der erschaffung eines Cyborgs aufkommen,
und generell die Entstehung RoboCops zu veranschaulichen- was völlig ohne überflüssige Füllszenen, und somit interessant umgesetzt wurde.
In der zweiten Hälfte regiert dann brachiale Action, wenn auch auf einem Jugendfreien Level- was mich aber nicht im geringsten störte.
Immerhin hat man es geschafft, den neuen RoboCop ebenso wuchtig aussehen zu lassen wie das Original- nur das Splatter-Element fehlt hier völlig.
War das Original "nur" eine ätzende Anklage an Technisierung und die Medien,
kommen hier noch aktuelle Themen wie Daten-überwachung, Amerika's Einsätze im Ausland, und Whistleblower hinzu.
Die Besetzung ist gelungen, Joel Kinnaman nimmt man den RoboCop durchaus ab- auch Gary Oldman, Jackie Earle Haley, und Michael Keaton wurden gut ausgewählt.
Samuel L.Jackson als Moderator einer Fernsehsendung ist ebenfalls sehr passend, auch wenn sein Style hier etwas gewöhnungsbedürftig rüberkommt.
Nicht schlechter. Nicht besser. Anders.

9/10



SERIEN

RoboCop – Die Serie (1994)



Ein Wissenschaftler entwickelt im Auftrag der OCP einen "Neuro-Net" genannten Computer mit künstlicher Intelligenz, welche dieser aus menschlichen Gehirnen beziehen soll.
Der Chef von OCP will sein Gehirn letztendlich selbst an den Computer anschließen, um somit durch Gedankenkraft ganz Detroit kontrollieren zu können,
was seiner Sekretärin Diana Powers allerdings nicht gefällt.
Da Intelligente Köpfe für den Computer gebraucht werden, verschwindet diese schon bald- lebt jedoch als Hologramm im Neuro-Net Computer weiter.
Gleichzeitig ist im Slum-Viertel der Stadt der sogenannte "Dogtown-Ripper" unterwegs, welcher scheinbar wahllos Obdachlose tötet, und verschwinden lässt.
RoboCop ist mit seiner Partnerin Madigan unterwegs, um die Fälle verschwundener und getöteter Menschen aufzuklären...

Der Pilotfilm wurde auch unter dem zweideutig zu verstehenden Titel "RoboCop 4 Law and Order" einzeln vermarktet.
Vermutlich hat man so versucht, den Eindruck eines vierten Kinofilms zu erwecken...
Die einzelnen Folgen bauen auf dem Piloten auf, und bieten Serientypisch meist eine neue Handlung- auch wenn immer wieder mal die Grundgeschichte aufgegriffen wird.
Leider hat diese Serie nichts mehr von dem, was RoboCop in den ersten beiden Filmen noch ausmachte.
Der Zynismus der auch hier vorkommenden TV-Werbung ist größtenteils eher harmlosen und blöden Witzen in Zeichentrick-Folgen gewichen,
auch Gewaltdarstellung sucht man generell vergebens- wenn geschossen wird, dann auf Gegenstände.
Die Effekte sind immerhin solides TV-Niveau, was auch auf die meisten Darsteller zutrifft. Positiv fällt allerdings wirklich kein einziger auf-
was aber wohl auch an den Dialogen liegen mag, welche teils wirklich schlecht sind.
Und das schlimmste:
Man stellt RoboCop nicht nur ein jederzeit beratendes Hologramm zur Seite, sondern auch noch eine neue "Freundin", ein nerviges, neunmalkluges und schlecht spielendes
8-jähriges Mädchen, welches als Wissenschaftliche Beraterin einem Computerexperten und Mechaniker hilft, RoboCop in Schuss zu halten.
Überhaupt fällt hier extrem auf, wie oft Kinder in die Handlung einbezogen werden- das sagt wohl schon einiges über die gewünschte Zielgruppe der Serie aus...
Warum die Serie eine Freigabe ab 16 hat, wissen wohl nur die Götter- eine FSK 12 hätte aufgrund der generellen Thematik vollkommen ausgereicht.
Dass nach der ersten Staffel die Serie wieder abgesetzt wurde, verwundert daher nicht wirklich.

3/10

RoboCop – Prime Directives (2000)



TV-Miniserie, bestehend aus 4 Folgen in Filmlänge.

Dark Justice:
Zehn Jahre ist der vom Konzern OCP aus dem toten Polizisten Alex Murphy geschaffene RoboCop nun schon bei der Polizei im Einsatz,
und Delta City ist in dieser Zeit zum "sichersten Ort der Erde" geworden.
Doch jetzt ist der mit mechanischen Hilfsmitteln und Panzerung arbeitende "Bone Machine" als selbsternannter Vigilant unterwegs,
und räumt mit aller Gewalt selbst Kleinverbrecher aus dem Weg.
Aufgrund des Equipment von Bone Machine liegt der Verdacht nahe, dass dieses von OCP stammt.
Schon bald findet RoboCop heraus, dass OCP mit der machtgierigen Gruppe "Trust" die Herrschaft über Delta City übernehmen will-
doch OCP gelingt es, ihn umzuprogrammieren, und auf seinen alten Freund und jetzt Polizeichef John Cable anzusetzen...

Meltdown:
John Cable wird nach seinem Tod ebenfalls zum Cyborg umgebaut, welcher gegen RoboCop eingesetzt wird.
Dieser scheint nach seiner umprogrammierung von OCP inzwischen den letzten Rest seiner Menschlichkeit verloren zu haben,
und geht jetzt selbst mit äußerster Brutalität gegen jeden Verbrecher vor.
Da er dadurch seine Direktiven verletzt, wird er öffentlich zum Staatsfeind erklärt, und RoboCable soll ihn ausschalten.
Es dauert nicht lange, da treffen die beiden Cyborgs aufeinander...

Resurrection:
Beide Cyborgs haben starke Schäden davongetragen, werden jedoch von unterschiedlichen Gruppen entdeckt, und wieder instandgesetzt.
Während RoboCop von einer Rebellengruppe wieder in seinen ursprünglichen Zustand als Gesetzeshüter versetzt wird,
programmiert der wahnsinnige Dr. Kaydick RoboCable um, und will mit seiner Hilfe einen gefährlichen Bio-Virus in der Stadt freisetzen.
Inzwischen wird bei OCP ein neuer Mann an die Spitze der Robo-Jäger gesetzt: James Murphy, welcher nur Hassgefühle gegen seinen Vater hegt.
In Kaydick's Versteck kommt es zum Showdown, bei dem sich alle Gruppen gegenüberstehen...

Crash & Burn:
Es kommt heraus, dass OCP-Präsident Lowe aus Delta City eine komplett automatisierte Stadt machen will, über die er dann alleine herrscht.
Der Bio-Virus von Kaydick könnte zwar die Pläne von OCP vereiteln, da dieser auch auf Maschinen übergreift, aber auch alle Menschen wären dadurch gefährdet.
RoboCop sieht nur eine möglichkeit, Delta City zu retten: Er muss einen elektronischen Impuls freisetzen, der ihn selbst zerstören würde...

Diese Miniserie erreicht erwartungsgemäß nicht das Niveau des ersten Kinofilms, kann mit dem zweiten aber durchaus mithalten, und übertrifft den dritten bei weitem.
Von manchen eher schlechten Schauspielern abgesehen, stimmen hier alle Zutaten:
Zynischer Humor in Form von Werbung und TV-Berichten gibt es hier ebenso zu sehen, wie manche erstaunlich harte Szene.
Diese haben der Serie dann auch eine Indizierung eingebracht.
Tricktechnisch ist das ganze für eine TV-Serie durchaus aufwendig inszeniert, und generell ziemlich düster präsentiert.
Nur die schon erwähnten Schauspieler...
Page Fletcher als RoboCop geht in Ordnung, solange man ihn nicht ohne Helm sieht.
Leider passt er optisch nicht in das Bild, welches man durch die Kinofilme von RoboCop hat.
Das größte Problem sind aber die bösen Jungs, welche so ziemlich alle durch extrem nerviges Overacting auffallen.

Die erhältlichen Boxen mit deutschem Ton sind alle geschnitten, nur die vergriffenen Erstauflagen von Sunfilm, in jeweiliger Einzelveröffentlichung der Folgen sind Uncut.
Empfehlenswert ist hier die UK-Box "RoboCop: Prime Directives - The Full Saga"
Zwar nur Englischer Ton, aber gute Qualität und komplett ungeschnitten.

7/10

RoboCop (1988 )



Trickfilm-Serie mit 12 Folgen, welche sich teilweise am ersten Film orientiert, aber auch abgefahrene Gegner wie eine riesige "Killerpflanze" präsentiert.
Der Zeichenstil ist billig, die Geschichten sind schnell und hektisch erzählt- aber immerhin ist die Synchro erträglich, und man erkennt manche bekannte Synchronstimme.
Viel Action und Gewalt gibt es auch hier- aber natürlich alles völlig Blutleer und ohne Sarkasmus- eben auf dem Niveau einer Kinderserie.

4/10

Es existiert noch eine weitere Trickfilm-Serie, "RoboCop Alpha Commando" von 1998- mit immerhin 40 Folgen lief diese wohl erfolgreicher als die erste.
"Alpha Commando" wurde bisher allerdings ausschließlich im TV gezeigt, und ist mir daher nicht näher bekannt.
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