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Alt 05.03.2016, 17:32   #101  
Servalan
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Zitat:
Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
Showdown auf dem Hochhausdach hatten wir doch kürzlich erst bei Kommissarin Heller.
Nun ja, es kommt schon an, wo das besagte Dach liegt: Eine abgelegene Ecke auf einem weitläufigen Klinkgelände ist in meinen Augen nur eine Billigversion.

Der Witz bei Sherlock lag ja darin, daß die Straßen in einem belebten Innenstadtviertel waren - schließlich brauchte Sherlock (1.) Zeugen für seinen tödlichen Sturz und (2.) seine Helferlein, die den Leichnam vertauschen mußten.
Die Finales bei Borowski und den Kölnern hingegen fanden in einem dicht besiedelten Viertel, Typ sozialer Brennpunkt, statt. Bei Tageslicht gab es entsprechend viele anonyme Zuschauer.
Außerdem hatten beide Tatorte wie Sherlock ein farbdramaturgisches Konzept, also einen eigenen Look, der sie von der Dutzendware abhebt. Bei Kommissarin Heller haben sie sich das gespart.

Geändert von Servalan (06.03.2016 um 14:26 Uhr)
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Alt 13.04.2016, 18:45   #102  
Servalan
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Welcher deutschsprachige Schauspieler darf bei James Bond 007 den Kino-Bösewicht geben? Tatort hat uns ja kurz hintereinander zwei heiße Kandidaten beschert: Den Stillen Gast Lars Eidinger und den Bösen Friederich Nicholas Ofczarek ...

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Alt 28.04.2016, 19:31   #103  
Servalan
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Gibt es das Duell Münster gegen Weimar wirklich? Gut, bei beiden Reihen spielt Humor eine wichtige Rolle - aber das war es meiner Meinung nach schon. Da übertreibt das Feuilleton ziemlich.

Aus meiner Perspektive ergänzen sich die Reihen, weil es unterschiedliche Arten von Humor sind. Münster steht für mich in der MAD-Tradition, also kann das mal derb und heftig zur Sache gehen.
Weimar hingegen zieht zwar mächtig vom Leder, vergißt jedoch nie das Erbe der Klassik und der Romantik - Goethe, Schiller & Co. spuken immer im Hintergrund herum und liefern das eine oder andere Zitat. Bildungsbürger (und wer sich dafür hält) dürfen gerne mitraten ... Solch ein Dünkel wird in Münster in der Figur des Dr. Boerne durch den Kakao gezogen ...
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Alt 21.05.2016, 16:45   #104  
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Standard 1000. Tatort "Taxi nach Leipzig (II)"

Etwas Besonderes muß es zum Jubiläum schon sein, und daß irgendwie auf die erste Folge angespielt wird, war ebenfalls klar wie Kloßbrühe.
http://www.daserste.de/unterhaltung/...rowski100.html
http://www.tatort-fundus.de/web/news...-lindholm.html

Mit Kommissar Borowskis Rückkehr nach Hannover kommt allerdings noch eine zweite Serie ins Spiel: Stahlnetz (hauptsächlich von Wolfgang Menge und Jürgen Roland). Borowskis Einstand fand ja im kurzlebigen Stahlnetz-Revival von 2002/2003 statt: In der Episode "PSI" ermittelte er in Niedersachsen, um eine entführte Schülerin wiederzufinden.
Bin gespannt, ob in Folge #1000 darauf angespielt wird ...

Aber Anlässe zum Feiern lassen sich eigentlich ständig finden:
http://www.welt.de/kultur/article155...erhindert.html
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Alt 22.07.2016, 09:23   #105  
malistoran
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Ich kann dem Weimar-Tatort noch nicht viel abgewinnen. Vielleicht müssen sich die Charaktere noch weiterentwickeln. Beim Münster-Tatort kennt man ja die Eigenheiten der Figuren. Und hin und wieder kommen da noch ein paar Facetten hinzu.
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Alt 23.07.2016, 15:21   #106  
Servalan
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Stefanie Grossmann (NDR.de) hat Wolf Roth (heute 72), den Assistenten von Kommissar Finke zum Thema Tatort gestern und heute interviewt. Seine Einschätzung läßt tief blicken, hier einige prägnante Zitate.
Zitat:
Die Ermittler treten erst nach 30 Minuten auf - diese Dramaturgie wäre heute undenkbar, oder?

Roth: Ich weiß nicht, ob das undenkbar ist. Es ist immer eine Frage der Machart. Wenn etwas dramaturgisch richtig aufgebaut ist, bleibt der Zuschauer dran, wenn nicht, zappt er weiter. Da hat sich das Verhalten des Zuschauers in den vergangenen 40 Jahren nicht verändert.

(...)

Wie war die Atmosphäre bei den Dreharbeiten Anfang der 70er-Jahre?

Roth: Wir konnten mehr tüfteln, weil wir mehr Zeit hatten. Wenn heute ein Tatort in 20 bis 22 Drehtagen realisiert werden muss, drängt die Zeit und es kann dadurch weniger probiert werden. Früher hatten wir den "Probe-Luxus". Zum Beispiel wurden die Beleuchtungspausen genutzt - die länger gedauert haben - um an der nächsten Szene zu arbeiten. Das hat das Level der Konzentration aller Beteiligten hochgehalten.

Wie viele Drehtage hatten Sie damals?

Roth: Ich kann es nicht mehr genau sagen, aber es müssten zwischen 28 und 30 gewesen sein.

(...)

Roth: Der Tatort ist inflationär geworden, es gibt heute zu viele auf dem Markt. Er hat somit seinen Stellenwert verloren. Früher war der Tatort noch etwas Besonderes, weil er nicht laufend und auf allen Sendern präsent war. Einzig der Münsteraner Tatort sticht für mich heraus, weil er mich mit seinen spannenden und gut geschriebenen Charakteren an die Petersen-Tatorte erinnert. Früher gab es maximal zwei Tatorte in einem Jahr - und das waren natürlich die Highlights.

(...)

Mittlerweile wird ein richtiger Hype um die Tatort-Darsteller gemacht, wie etwa beim Tatort mit Til Schweiger aus Hamburg. Was denken Sie darüber?

Roth: Ich finde das für die heutige Zeit richtig. Ich glaube, man muss diesen Hype machen, damit die Leute überhaupt noch einschalten. Das hat sich im Vergleich zu früher total geändert. Wir hatten mit ARD und ZDF zwei große Sender und dann gab es noch die dritten Programme. Heute haben wir zig Programme, und um da bestehen zu können, muss man eine ungeheure Werbemaschinerie anfahren.
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Alt 23.07.2016, 15:49   #107  
Brisanzbremse
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Zitat:
Früher gab es maximal zwei Tatorte in einem Jahr
Zwölf wollte er wohl sagen (oder er hat genuschelt). Ab Mitte der 90er Jahre verdoppelte sich dann der Ausstoß und heute sind's glatt dreimal so viele.

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Alt 31.07.2016, 18:18   #108  
Servalan
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Standard Til Schweiger versucht es noch einmal

Zitat:
Zitat von Servalan Beitrag anzeigen
Naja, vielleicht überlegt sich Til Schweiger das noch mit 2018, wenn der Film wirklich an der Kinokasse floppt.
Mit 280.000 Besuchern beim ersten Start, der mit gehörigem Tamtam inszeniert wurde, fällt Tschiller: Off Duty bei den hohen Erwartungen eher in die Kategorie Flop.
Vielleicht liegt das ja an der Länge (140 min) und der Altersfreigabe (FSK: 16).

Aber Til Schweiger gibt nicht so leicht auf.
Nun kommt der Film noch einmal auf die große Leinwand. Start ist der 21. Juli 2016.
Mal sehen, auf welche Zahlen Tschiller jetzt kommt ...
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Alt 02.08.2016, 10:05   #109  
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Der erste Start war ein Flop, der zweite ist ein wahrer Rohrkrepierer.
In der Huffington Post heißt es:
Zitat:
Laut "Tagesspiegel" hat es der Film nicht in die Top 100 der Kinocharts geschafft - für Rang 100 hätten offenbar zehn Besucher gereicht. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass der Schweiger-Streifen buchstäblich bundesweit vor leeren Kinosälen gelaufen ist. Ob diese Überlegung zulässig ist, oder "Tschiller" aus anderen Gründen im Ranking fehlt, ist unklar. Der Filmverleih Warner Bros. äußerte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zu dieser Frage.
Also entweder Off Duty läuft ziemlich bald (damit Til Schweiger seine Finanzen ordnen kann) auf einem der regulären Termine, deutlich früher als 2018 ... oder er verschwindet sang- und klanglos in der Versenkung.

Geändert von Servalan (05.09.2016 um 16:25 Uhr)
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Alt 02.08.2016, 10:35   #110  
Brisanzbremse
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Das habe ich gerade zufällig in den Google News entdeckt:

Zitat:
Lena Odenthal ermittelt jetzt ohne Drehbuch - in Ludwigshafen ist der erste improvisierte "Tatort" entstanden. Ein Besuch am Set.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/tato...a-1104252.html

Das Mohn...

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Alt 05.09.2016, 16:43   #111  
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Am Wochenende habe ich mir den Schimanski-Klassiker Das Mädchen auf der Treppe gegönnt. Der ist wesentlich experimenteller als die Tatort-Experimente von heute (Wer bin ich?). Früher hat auch die B***-Zeitung mit dem Zählen des Sch-Wortes von den wirklichen Pioniertaten abgelenkt.

Schimanski gehörte zu den ersten Ermittlern, die ich komplett miterlebt hatte. Von Haferkamp, Finke & Co. habe ich nur die Schlußkapitel auf der Mattscheibe gesehen.

Das Mädchen auf der Treppe läßt die klassische Whodunit ins Leere laufen und ähnelt in weiten Teilen eher einem Thriller: Kann Schimmi das Mädchen vor dem Killer beschützen?
Außerdem beginnt er mit einer schier endlosen Einstellung, wie Schimanski die Treppen seines Hauses hochsteigt - das hat fast ein Antonioni-Feeling. Die Nähe zu französischen Krimigrößen wie Claude Chabrol zeigte sich in der Gestaltung des Bildes.
Außerdem empfand ich die Musik von Tangerine Dream eher als ambient. Die half dem Zuschauer nicht mehr dabei, die Lage gefühlsmäßig richtig einzuschätzen. Heute ist das gang und gäbe.

Ein besonderes Schmankerl für mich war der junge Jan Fedder mit Vollbart. Seine Prügelei als Wolfgang Patschke, ein schwerer Junge mit kleiner Mundharmonika, mit Schimanski gehörte zu den Höhepunkten des Films.
Cool fand ich die Szene, in der Patschke zwar vom Mordverdacht loskommt, aber als Drogendealer überführt wird. Thanner sagt ihm, er könne gleich weitergehen zum Drogendezernat. Was macht Patschke? Der kommt noch mal von der Tür zurück, geht an Schimanskis Schreibtisch und legt dem stoisch seine Mundharmonika vor die Nase. Das erinnerte mich an einen anderen Film über einen Mann mit einer Mundharmonika ...

Wer die Folge heute zum ersten Mal sieht, dürfte sie ebenso gewöhnungsbedürftig finden wie das Publikum damals.

Geändert von Servalan (30.10.2016 um 18:10 Uhr)
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Alt 25.09.2016, 13:04   #112  
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Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum, Axel Prahl, Jan Josef Liefers, ChrisTine Urspruch, Friederike Kempter, Claus Dieter Clausnitzer und Mechthild Großmann!

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Alt 30.10.2016, 18:17   #113  
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Nach HAL läuft mit Echolot heute der zweite Cyber-Tatort: Bin mal gespannt, wie der beim Publikum ankommt. Schließlich besteht das Publikum meist aus Krimi-Fans, von denen nicht alle was mit Science Fiction anfangen können - auch wenn vieles davon mittlerweile alltäglich geworden ist.

Vielleicht sind das Dummies für eine mögliche Cyber-Tatort-Reihe ... ?
An Stoffen dürfte kein Mangel herrschen. Möglicherweise fehlt den Oberen im Sender die Traute für so etwas.
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Alt 01.11.2016, 19:36   #114  
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Vom Optischen war der Tatort okay, aber der Plot war ziemlich dünn: Besonders Science Fiction-Fans dürften enttäuscht gewesen sein.
Ich hatte den Eindruck, daß der Stand der Technik für das Drehbuchquartett wohl "Neuland" gewesen sein muß.
Der x-te Aufguß von Kubricks 2001 bringt es einfach nicht, außerdem waren die Ähnlichkeiten mit der Folge "HAL" zu aufdringlich. Da müssen die Leute in der Redaktion tief gepennt haben. Die beiden Tatorte wirken auf mich wie plumpe Plagiate voneinander ...

Wenn das Programm schon auf selbst lernen programmiert ist, warum muß es überhaupt die eine Zeile geben, für die jemand verantwortlich ist? Das ist ein Plot von vorgestern. Warum kann sich das Programm die entsprechenden Teile nicht von anderen Dateien quer über den Globus kopiert haben ...?
Glauben die Verantwortlichen, so eine Lösung wäre für das Publikum zu hoch gewesen? Oder mußte es unbedingt den einen Täter geben?

Ein Zitat aus der Schlußsequenz von 2001 als Auslöser im Programm - ja, das wäre eine Pointe gewesen.

Geändert von Servalan (01.11.2016 um 19:41 Uhr)
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Alt 20.11.2016, 19:15   #115  
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Hiermit erlaube ich mir schon mal eine persönliche Bilanz von 2016.
Natürlich könnte in den letzten Wochen desJahres noch ein Kracher kommen, aber das halte ich für unwahrscheinlich.

Meine Top 3

1. #983: Die Geschichte vom bösen Friederich (Frankfurt am Main)

2. #997: Die Wahrheit (München)

3. #977: Kartenhaus (Köln)


Die Luschen des Jahres:

#969: Der große Schmerz (Hamburg - Tschiller), #970: Fegefeuer (Hamburg - Tschiller), #991: HAL (Stuttgart)


Insgesamt enthält die Serie eine Menge Mittelmaß: Die Fälle sind mittelprächtig, die leitartikelnde Schulmeisterei bleibt brav im Hintergrund und die Ermittler sind sympathisch.

In der ARD läuft demnächst eine Serie namens Rentnercops an - das wäre ein treffender Untertitel. Die meisten Teams sind Silver Surfer, für meinen Geschmack zu viele. Falls die keinen absoluten Bockmist gebaut hätten, wäre der eine oder der andere sicher befördert worden.
Ein bißchen mehr frisches Blut könnte nicht schaden.
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Alt 24.11.2016, 16:46   #116  
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Durch den Tod von Manfred Krug und den 1000. Tatort löste ein Anlaß den nächsten ab, so daß ein kleines Revival des Klassikers zustandekam. Einige Folgen wurden dabei bis zum Erbrechen wiederholt, und Auswahl der besten Episoden auf Einsfestival/ONE fand ich ziemlich durchwachsen.

Die kleine Zeitreise erlaubt natürlich auch Vergleiche zu den laufenden Produktionen. Besonders bei den Folgen aus den 70er und 80er Jahre spürte ich noch die Stahlnetz-Tradition, bei der die Fälle wichtiger sind als die Kommissare und ihre Schauspieler. Dem Vorspann folgte lediglich die Angabe von Drehbuchautor und Regisseur, der Film selbst mußte sich ohne Event oder andere Kinkerlitzchen selbst beweisen - und mit der Länge nahmen es die Anstalten noch nicht so genau wie heute.

Meine Favoriten des Revivals sind:

1. #73: Reifezeugnis (NDR 1977), Drehbuch: Herbert Lichtenfeld, Regie: Wolfgang Petersen, 108 min (sic!)

Kommissar Finke und sein Assistent Franke bleiben im Hintergrund, meist beobachten sie nur, ziehen still ihre Schlüsse und warten, daß sich jemand verrät. Polizeiarbeit wird nicht glorifiziert, sondern als langweilige, langwierige und geduldige Ermittlung geschildert.
Im Vordergrund entsteht eine verwickelte Dynamik auf einem Gymnasium in der schleswig-holsteinischen Provinz. Verschiedene Intrigen und Delikte greifen dabei ineinander und beschleunigen sich gegenseitig. Dadurch wird das übliche Täter-Opfer-Schema durchbrochen. Großes Kino!


2. #126: Duisburg-Ruhrort (Bavaria für WDR 1981), Drehbuch: Horst Vocks und Thomas Wittenburg, Regie: Hajo Gies, 97 min (sic!)

Das Debüt von Schimmi und Thanner (noch ohne Hänschen).


3. #157: Haie vor Helgoland (NDR 1984), Drehbuch: Peter Hemmer, Regie: Hartmut Griesmayr, 90 min

KHK Stoever ist eher Zaungast in einem Fall, in dem er zuerst auf der Stelle tritt. Zwei Jugendliche aus Hamburg sind zu Mitwissern eines Überfalls auf der Helgolandfähre geworden. Ihr Plan, die drei Gangster zu erpressen, geht jedoch schief - und liefert Stoever neue Anhaltspunkte.

Geändert von Servalan (25.11.2016 um 11:08 Uhr)
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Alt 07.02.2017, 15:12   #117  
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Der erste "Abend für Manfred Krug" beim NDR wurde wohl gut angenommen. Jedenfalls lief letztes Wochenende der zweite Samstagabend nach dem Schema. Diesmal liefen Tod im Elefantenhaus (NDR 1987, #192) mit dem jungen Ben Becker, Evelyn Hamann, Raimund Harmstorf, Arnold Marquis und Fritz May-Sarrasani (vom Zirkus Sarrasani) sowie Traumhaus (NDR 1999, #414) mit Ulrich Mühe, Susanne Lothar, Peter Sattmann, Gustav Peter Wöhler und Marion Breckwoldt. Danach liefen zwei Folgen Liebling Kreuzberg, in denen sich Michael Kausch und später Stefan Reck als Sozius der Kanzlei bewarben.

Bin gespannt, wann der nächste "Abend für Manfred Krug" kommt.

Vor einiger Zeit lief auf ard ONE An Adventure in Space and Time (Ein Abenteuer in Raum und Zeit), der quasi ein nachgeholtes Making of der ersten Staffeln von Dr Who ist. Für mich war das mehr als nettes Stück Fernsehgeschichte als Kostümfilm. Erst wurde die Serie als Lückenbüßer konzipiert, und ob die Serie ankommt, blieb lange Zeit in der Schwebe. Das wurde zwar ernsthaft erzählt, aber nicht verbissen, sondern locker und verspielt.

Die Geschichte des Tatorts könnte ich mir ebensogut als Stoff vorstellen. Allein der Vorspann ist eine Legende. Material wäre da, es müßte nur liebevoll und ansprechend aufbereitet werden.
Schade, daß solche Möglichkeiten nicht genutzt werden.
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Alt 14.04.2017, 16:20   #118  
Servalan
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Bei der Tatort-Folge hatte ich meine Erwartungen heruntergeschraubt, sonst hätte ich mich wahrscheinlich nach der ersten halben Stunde ausgeklinkt.
Das Frankenteam ist eine Abteilung mit mehreren Beamten und keines der üblichen Holmes/Watson-Gespanne (die von den Thiel/Boerne-Krimis so herrlich auf die Schippe genommen werden).
Außerdem möchte ich jede Folge zumindest einmal gesehen haben - bei manchen reicht das vollauf (Wer bin ich?). Deshalb ertrage ich manches und ärgere mich dann über anderthalb totgeschlagene Stunden.

Für meinen Geschmack wurde da so viel in 90 Minuten gestopft, daß der Rhythmus hier und da stotterte. Die steifen und manchmal theatralischen Dialoge sollten wohl so ankommen und den unperfekten Alltag darstellen.
Obwohl das Ende ziemlich unvermittelt kam, gefällt mir, daß zum Schluß nicht alle Fragen geklärt sind.
Hauptkommissarin Ringelhahn hat den schmierigen Rechtsanwalt und Immobilienmakler (in den USA hieße das wohl "Slumlord") Sascha Benedikt auf dem Kieker, kann ihm aber nichts nachweisen. In einigen kurzen Szenen wird angedeutet, wie Benedikt skrupellos seine politischen Kontakte nutzt, um die Ermittlerin kaltzustellen.
Wenn ich das richtig einschätze und dabei im Hinterkopf die Geschichte der Serie behalte, bietet das gutes Potential. Hans Brückners RA Sascha Benedikt könnte für die Franken der Erzschurke im Hintergrund werden, den Ivan Desny als Sievers in den Kressin-Klassikern gespielt hat.
Ein längerer Zyklus von mehreren zusammenhängenden Franken-Folgen könnte der Serie durchaus guttun.

Geändert von Servalan (15.04.2017 um 15:45 Uhr)
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Alt 12.05.2017, 23:44   #119  
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https://www.youtube.com/watch?v=nenuVNR-0PE

Tatort kann auch lustig sein...

Wenn man weiß, wo man ist, kann man sein, wo man will... (alter Fliegerspruch)
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Alt 29.08.2017, 12:49   #120  
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In der guten alten Zeit haben sie auch schon mal Murks verzapft.

Volker Brandt schätze ich als Synchronsprecher und als Synchronregisseur konnte er genial sein, aber sein Kommissar Walther ist spurlos von mir vorbeigezogen. Wenn ich sagen würde, ich hätte ihn vergessen, wäre das gelogen - obwohl er einige Jahre dabei war.
Ulrich Faulhaber gab seinen Assistenten Hassert. Das Gespann wirkte auf mich wie ein billiger Abklatsch von Hansjörg Felmys legendärem Kommissar Haferkamp und Willy Semmelrogges als Willi Kreutzer. Hassert sah aus wie jüngerer Kreutzer.
Blass und farblos wäre geschmeichelt.

Der Fall Fluppys Masche (vom Februar 1983) war eigentlich um eine gute Idee herumgesponnen: Jemand begeht ein Verbrechen, und diese Gelegenheit nutzen andere für ihre Zwecke aus. Der Drehbuchentwurf muß überzeugend gewesen sein.

Aber bei der Umsetzung wurde so ziemlich alles verrissen, was mißlingen konnte. Teilweise wirkt das wie abgefilmte Drehproben. Zahlreiche Fanfilme haben heute ein höheres Niveau.
Die Kamera stand irgendwo im Raum, und nur in zwei oder drei Szenen war so etwas wie eine Bildgestaltung erkennbar. Die meiste Zeit empfand ich das Bild als störenden, überflüssigen Ballast, der einfach nur ablenkte.
Lieblos wurden die abgekurbelten Szenen hintereinander gesetzt: Das fühlte sich an wie ein Roman, bei dem jeder neue Absatz mit "Und dann geschah dies ..." beginnt an.
Falls Szenen doch gelungen waren, wurden sie durch Wiederholungen gestreckt, wohl um auf das 90-Minuten-Format zu kommen. Die Bauten ließen bei mir das Gefühl aufkommen, jemand hätte die den Schauspielern mal kurz überlassen, weil die sowieso nicht genutzt wurden.

Manche Folgen sind zurecht im Orkus des Vergessens verschwunden.

Geändert von Servalan (29.08.2017 um 14:36 Uhr)
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Alt 29.08.2017, 14:28   #121  
Ringmeister
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Warum RBB bei seinen 14 restaurierten Berlin-Klassikern ausgerechnet 5 (von 6) Volker Brandt-Ausgaben dabei hat, ist mir schleierhaft.

Übrigens heißt Faulhaber Hassert, nicht Hasselt.

Wenn man weiß, wo man ist, kann man sein, wo man will... (alter Fliegerspruch)
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Alt 03.09.2017, 12:34   #122  
Servalan
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Für mein Empfinden hat sich das Team Flemming, Koch und Ballauf gut gehalten.
Der Tod eines Wachmanns (# 265) fing zwar eher betulich an und erinnerte mich an einen Berufskundefilm. Aber dann kam er doch in die Gänge.

Als Miriam Koch auf der Treppe die Akten herunterfielen und sie aufschrie, befürchtete ich schlimmes. Aber bei der Fanbetreuung zeigt Lieblings Tochter, was sie kann.
Das Verhör im Finale läßt schon tief blicken: Wenn Wessi Helmer süffisant bemerkt, zehn Jahre DDR wären doch schlimmer als Knast in der Bundesrepublik ... Wie ist das 1992 in den neuen Bundesländern angekommen?
Ganz rund lief das mit der Spannung nicht, trotzdem ist die Folge für mich ein Tatort aus dem besseren Mittelfeld: Läßt sich sehen, ohne sich nachher zu ärgern.

Ob die was für Ballaufs 25jähriges Jubilaum planen? 2019 wäre es soweit.
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Alt 04.09.2017, 02:45   #123  
Hinnerk
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Gestern zur Tatort-Zeit den Fernseher angeschaltet. Das neue Ermittlerteam Schulz & Merkel haben mich nicht überzeugt. Bin vor Aufklärung des Falls eingeschlafen.
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Alt 04.09.2017, 11:49   #124  
Hulk1104
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Nix verpasst, das waren nur "Vorermittlungen. Der Fall ziiiiieht sich
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Alt 04.09.2017, 12:46   #125  
Schlimme
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Die Ermittler waren die vier anderen.
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